© Konrad Limbeck

Drei erfolgreiche Unternehmerinnen, drei außergewöhnliche Tafel-Settings. Elisabeth Gürtler, Nathalie von Hohenzollern und Valentina Prinz kreierten für LIVING ein festliches Table-Dekor-Eldorado und zeigen facettenreiche Möglichkeiten, wie man an den bevorstehenden Festtagen als charmante Gastgeberin stilvoll glänzen kann.

29 . November 2021 - By Angelika Rosam

Sie mixte ihre Gäste wie einen Cocktail«, entzückte sich einst die Herzogin von Windsor über die extravaganten Partys im Versailler Domizil der ehemaligen Interieur-Designerin Elsie de Wolfe in den 20er- und 30er-Jahren, die die Crème de la Crème – von Politikern, Künstlern und Schauspielern – zu ihren Gästen zählte. Cole Porter spielte Piano, der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau genoss dort die Teatime. Nicht weniger pro­minent präsentierte sich auch die Liste von Elsa Maxwell. Auf ihren Ein­ladungskarten dominierte der europäische Hochadel, amerikanische Präsidenten waren zu Gast und Hollywood-Größen wie Marilyn Monroe oder Clark Gable. Denn die Grandes Dames der Einladungskunst hatten eines gemein: die nicht enden wollende Passion und Liebe, legendäre Gastgeberinnen zu sein und Freunden wie Geschäftspartnern eine unvergess­liche Zeit in beeindruckendem Ambiente zu bescheren.

Eine ganz besondere Lady, von der man in Österreich viel lernen kann, und die die Kunst des Gastgebens beherrscht wie kaum eine andere, ist Hotellerie-Doyenne Elisabeth Gürtler. Unter ihrer Ägide erstrahlte der Opernball in nicht mehr wieder gelebter Eleganz und für eine ihrer privaten Ein­ladungen in ihrem Tiroler Luxushotel »Astoria« oder auf ihrem Landsitz nahe Wien wird gerne manch andere Verpflichtung abgesagt. 

Viel Liebe fürs Detail

Für den bevorstehenden prominent besetzten Wochenendlunch erstrahlt eine Tafel für ­dreißig Personen quer durch die alten Ge­wölbe des Anwesens im gediegenen Country-Stil. Gläserne Hirsche, viele zierliche Vasen und Beeren zieren den Tisch, die unzähligen, bereits farblich in den Herbst getauchten Hortensien wurden eigens aus dem Garten gepflückt: »Ich liebe Blumen und Teelichter«, so die erfolgreiche Geschäftsfrau, »bei der Einrichtung, Dekoration und geschmack­lichen Fragen bin ich allein zuständig – das ist mir persönlich sehr wichtig und daher delegiere ich das nicht.« Das sieht man, denn hätten Stil und Geschmack einen Namen, so würde Elisabeth Gürtler draufstehen. Ein großes Sofa vor dem lodernden Kamin, weihnachtliches Gebäck davor, fein drapiert auf edlem Dekor, historische Luster, das Silber­besteck von Jarosinski & Vaugoin. Elisabeth Gürtler zupft die letzten Blumen zurecht: schlank, in einem braunen Ensemble von Schella Kann, passend zum ländlichen Am­biente. Sie wirkt natürlich und herzlich. Und darum fühlen sich die Menschen auch so wohl bei ihr. Denn neben Dekoration und der Kulinarik ist ein weiteres Detail ausschlaggebend für sie: »Für das Gelingen einer Einladung ist die Wahl der Gäste und insbesondere die Sitzordnung ganz entscheidend. Jeder sollte zumindest einige Gäste kennen, aber auch noch nicht bekannte und interessante Menschen treffen. Ich versuche mich auch immer in meine Gäste hineinzudenken: Welche gemeinsamen Gesprächsthemen könnten sich entwickeln?« Und um allen bereits vorab die Möglichkeit für anregende Gespräche zu ­bieten, bittet die leidenschaftliche Gastgeberin deshalb schon vor der gesetzten Feierlichkeit zu einem ausgedehnten Aperitif.

Für das Gelingen einer Einladung ist die Wahl der Gäste, insbesondere die Sitzordnung, ganz entscheidend. Jeder Gast sollte interessante und auch noch nicht bekannte Menschen treffen.

Elisabeth Gürtler

Unternehmerin und Hotel-Doyenne

Elisabeth Gürtler

Unternehmerin und Hotel-Doyenne

Zu Gast bei Nathalie Prinzessin von Hohenzollern

Einen Lunch oder ein Dinner zu erleben, an das man sich gerne zurückerinnert? »Es gibt wohl kein schöneres Vergnügen, als einen Menschen dadurch zu überraschen, dass man ihm mehr gibt, als er erwartet hat«, kommentierte schon der Schriftsteller Charles Baudelaire das Gastgebertum. So hält es auch Nathalie Prinzessin von Hohenzollern, die im privaten Ambiente am liebsten für ihren großen Freundeskreis die Festtafel deckt. Dabei lässt sich die passionierte Schmuckdesignerin der Marke NVH Jewels gerne von ihren eigenen Kreationen beflügeln: »Mein Tischdekor ist generell sehr von der Natur inspiriert, genau wie meine Jewellery. Ich dekoriere mit viel Erfindergeist und der Intensität einer oder zweier Farben. Die Tischdekoration widerspiegelt die Stimmung, die ich vermitteln möchte, je nachdem, wen ich zu mir nach Hause bitte. 

Aristo-Flair

Nathalie Prinzessin von Hohenzollern bringt Noblesse auf den Tisch.

© Konrad Limbeck

Bei meinen Kreationen steht eine Geschichte im Vordergrund, ein Thema mit viel Fantasie, welches das gewünschte Ambiente schafft.

Nathalie von Hohenzollern

Schmuckdesignerin

Nathalie von Hohenzollern

Schmuckdesignerin

Cosiness im Vordergrund

Gemütlich soll eine Einladung im Hause Hohenzollern sein, lustig und völlig entspannt. Das steht bei der hübschen Gastgeberin an oberster Stelle: »Es ist mir wichtig, Menschen einzuladen, zu denen ich eine schöne Freundschaft habe und die ich wirklich mag. Das verbinde ich dann mit einem guten Essen und einem Wohlfühlambiente, untermalt mit einer sanften Hintergrundmusik. Diese Art Einladungen zu geben, kommt wahrscheinlich von meinen südamerikanischen Wurzeln und von meinem Vater. Er hat immer im Hintergrund Bossa Nova gespielt.«

Ebenso wichtig wie die Gäste und das Flair ist die Kulinarik, die bei der Businesslady einen großen Stellenwert einnimmt. Die Menüs bestehen meist aus einer Mischung von bolivianischen und italienischen Gerichten. »Sie glauben es vielleicht nicht«, so die Designerin, »aber die Rezepte habe ich noch von meiner Mutter, sie kommt aus Bolivien und sie kann fantastisch kochen. Sie hatte auch einen großen Sinn für Ästhetik und achtete sehr darauf, dass alles, was sie servierte, für das Auge auch einen ­Genuss darstellte. Da gab es zum Beispiel dieses herrliche Beerendessert mit Joghurt, der schichtweise in einer großen durchsichtigen Schale serviert wurde. Dieses Dessert sah wirklich wunderschön aus. Und ich bin sehr stolz darauf, dass es mir auch gelingt.«

Erbstücke zieren die Tafel

Das passende Service darf hier freilich nicht fehlen. Die Details dazu machen die Musik. So sind etwa die Kristallkerzenleuchter von Baccarat ein wichtiges Element am Tisch, ebenso das Dekor, ein fulminantes Porzellangeschirr von KPM, umrahmt von vergoldeten Zinkbechern und Gläsern aus dem Hause Hohenzollern, die hier als Erbstücke fungieren. Die besten Voraussetzungen für eine herrlich festliche Weihnachtstafel.

Valentina Prinz bittet zu Tisch

Wenn man als viel gereiste Businesslady jede Menge internationale Gäste zu empfangen hat, darf man sich auch gerne den Luxus eines Hotels gönnen, das entsprechend vielseitige Möglichkeiten für die Gestaltung von Einladungen gibt. Valentina Prinz, Eigentümerin und Geschäftsführerin von Yuvell, dem Studienzentrum für ästhetische Medizin, schätzt die Tatsache, dort ihr Faible als Gastgeberin in allen Details umzusetzen. »Für mich ist es immer eine ganz besondere Freude, meine Gäste ins ›Park Hyatt‹ einzuladen, weil ich dort einerseits das exklusive Ambiente sehr schätze und andererseits das Gefühl habe, dass die Aura dieses wundervollen Ortes gut zu mir passt und meine Gäste sich dort sehr wohl fühlen.« Die smarte Managerin überlässt bei ihren Tafeln allerdings nichts dem Zufall und will bei allen Schritten eingebunden sein. Das geht von den Blumenarrangements über das Placement bis zum Dekor und natürlich auch bis zur Menüabfolge. 

Bunte Pracht

Meine Message ist, sich bei meinen Einladungen wohl zu fühlen und einen kulinarisch wertvollen Abend in einer interessanten Gesellschaft zu verbringen.

Valentina Prinz

Geschäftsführerin Yuvell

Valentina Prinz

Geschäftsführerin Yuvell

Gesellschaft und Kulinarik

Da sie und ihr Gatte Andreas Prinz gerne privat kochen, sind ihre Ansprüche auch bei den gewählten Speisen enorm und der Wunsch groß, ihre geladenen Gäste zu verwöhnen. Bei der Tischdekoration hat die Unternehmerin ganz genaue Vorstellungen: »Meine Kreationen reflektieren sowohl meine Stimmung als auch die jeweilige Jahreszeit. Basierend auf diesen Kriterien suche ich das entsprechende Tafelgeschirr aus und kreiere dazu den passenden Blumenschmuck. Meine Message ist, sich wohl zu fühlen und einen kulinarisch wertvollen Abend in einer interessanten Gesellschaft zu verbringen.« 

Auch in der erst kürzlich gelebten Rolle als Gastgeberin hat sich Valentina Prinz einen besonders üppig-eleganten und farbenfrohen Tisch ausgesucht. Und holte sich als Unterstützung für Details den Interieur-Designer Robert Ludl von Weihburg Interiors. Um diese floral-exquisite Stimmung zu gestalten, hat man hier aus dem Vollen geschöpft. Teelichter von Baccarat kamen zum Einsatz sowie Augarten-Porzellan, ­Meissen, Gläser von Lobmeyr, abgerundet mit einem eleganten Silberbesteck von Jarosinski & Vaugoin. Das Rosen-und-Hortensien-Bouquet, in pink und violetten Farb­nuancen gehalten, optimiert das in Blau und Dunkelrot in Szene gesetzte Dekor. Rot gehört auch zu den Lieblingsfarben von Valentina Prinz: »Es ist mir besonders wichtig, dass ein Tisch zumindest ein paar rote Details vor­zeigen kann. Rot vermittelt nicht nur Eleganz, sondern verpasst einem Setting auch eine genussvolle Stimmung.« Allerdings ist trotz eines dekorativen Settings die Garantie nicht gegeben, dass eine Einladung in einem ­perfekten Rahmen auch von Erfolg gezeichnet ist. So hat sich Prinz für sich selbst ein paar wichtige Regeln aufgestellt: »Ist man selbst in einer tollen Laune und weiß Interessantes zu berichten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man seine Gäste begeistern kann. Professionalität und persönlicher Einsatz tragen stets zu einem gelungenen Abend bei.«

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