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Zwei Art-déco-Ikonen in New York werden zu Luxuswohnungen umgebaut: Das One Wall Street steht für die Transformation des ehemaligen Finanzviertels. In dem ehemaligen Bankgebäude entstehen 566 Eigentumswohnungen. Und erstmals kann man auch im Waldorf Astoria eine Wohnung kaufen.

16 . Februar 2022 - By Heimo Rollett

Ganz oben an der Spitze des 1931 errichteten Wolkenkratzers mit der Adresse One Wall Street in Downtown Manhattan wartet ein 1.200 Quadratmeter großes Penthouse auf seinen neuen Besitzer. Die Raumhöhe: alle drei Stockwerke. Der Blick: überwältigend, aufs Meer und mitten in die Stadt der Städte. In den ehemaligen Empfangsräumen der lange in dem Haus befindlichen Bank pafften einst Rockefeller und Co. ihre Zigarren – bis sie das nicht mehr durften, weil sich die ­philippinischen Schildpattschindeln von der Decke lösten. Sie mussten auf den eigens errichteten Raucherbalkon ausweichen.

Symbol des Wandels

Das Schildpatt hat der Projektentwickler und Designer Harry Macklowe, der das Art-déco-Gebäude 2014 gekauft hat, stilvoll in das ­neuen Interieur integriert. Den ehemaligen Bankturm direkt neben der New Yorker ­Börse und der Trinity Church wandelt sein Unternehmen gerade in 566 Eigentumswohnungen um. Es ist das größte Konvertierungsprojekt New Yorks und steht symbolisch für den Wandel des Finanzviertels im Süden Manhattans. Seit 9/11 ist viel passiert. Krawattenträger waren gestern, die Banken und Versicherungen sind entweder nach Uptown, ins billigere New Jersey oder ins Internet gezogen. Die Mitarbeiter von Spotify oder dem Verlag Condé Nast kommen mit Kopfhörer und in Jeans und haben sich rund um Ground Zero einquartiert. NFC-Galerien, Familien, Schulen prägen den Financial District heute. Wohnten im Jahr 2000 rund 20.900 Menschen in Downtown Manhattan, waren es 2018 schon 62.000. 30 Milliarden US-Dollar haben die Regierung und Private in Parks, in Hundeauslaufzonen, neue (­Bauern-)Märkte, in die Revitalisierung der U-Bahn und in andere Immobilien und ­Infrastruktur gesteckt.

Gemeinschaftsräume mit Ausblick

Harry Macklowe will mit dem Umbau des ursprünglich von Ralph T. Walker geplanten One Wall Street dieser Entwicklung Rechnung tragen. Außen bleibt die typische ­Kalksteinfassade bestehen, innen wurde der Gigant komplett entkernt, zahlreiche Grundrisse für verschiedene Bedürfnisse – vom Single bis zur Familie – wurden entworfen. Ein Studio kostet durchschnittlich 1,2 Millionen US-Dollar, für die Wohnung mit einem Schlafzimmer sind 1,75 Millionen US-Dollar an Kosten einzuplanen. Von manchen Wohnungen in den unteren Stockwerken kann man direkt in den Trading Room der New York Stock Exchange blicken. Apropos Aussicht: Die Gemeinschaftsräume wurden in die Höhe gehievt, anstatt sie, wie sonst üblich, in die Kellergeschoße zu quetschen. Im 38. Stock befinden sich ein privates Gym und ein 23 Meter langer Pool – mit fast 360-Grad-Panorama und Ausblick auf das Meer und die Freiheitsstatue. Selbiges eine Ebene höher, wo sich eine Gemeinschaftsterrasse befindet. Co-Working-Space mit Zoom-Räumen, ­Freizeitzimmer für Kinder und Teen-Lounge, private Konferenzzimmer sind selbstverständlich. Bewohner erhalten außerdem eine lebenslange Mitgliedschaft im Fitnessclub, der sich auf 7.000 Quadratmeter im Gebäude breitmacht.

Mit umfassenden Amenities locken auch The Towers of the Waldorf Astoria. Das ­mythenumrankte Hotel an der Park Avenue wurde 2017 geschlossen und wird nun umgebaut. In den unteren Ebenen wird es wieder ein Hotel geben, aber mit nur 375 statt wie zuvor 1.400 Zimmern. Ab dem 19. Stock werden gerade Luxuswohnungen gebaut und unter der historischen Brand des Hotels ­vermarktet. Käufer bekommen ein Stück New York, macht Dan Tubb vom Maklerbüro Douglas Elliman das Projekt schmackhaft und verweist auf die »Spirit of Achievement«-Statue, auf den Steinway-Flügel des amerikanischen Komponisten Cole Porter aus dem Jahr 1907 und auf die prunkvolle Weltausstellungsuhr von 1893. Sie alle werden wieder ihren Platz im Haus finden.

Luxusbleibe im Big Apple

75 Prozent der insgesamt 375 neu entstehenden Wohnungen haben zwei Schlaf­zimmer, erklärt Dan Tubb weiter. Die Kosten dafür bewegen sich bei rund sechs Millionen US-Dollar. Käufer seien in erster Linie Menschen, die überall auf der Welt Wohnungen besitzen und im Big Apple auch eine Luxusbleibe haben wollen. Neben ihren eigenen Quadratmetern haben die Besitzer Zugang zu 4.600 Quadratmetern Gemeinschaftsflächen, etwa Pool und Spa mit eigener medizinischer Betreuung, Lounges, Arbeitsbereichen, Billiardzimmer, einem Theater mit Kino und Bühne, Children’s Room usw.

Die Sanierungen beider Wahrzeichen – sowohl des Waldorf Astoria als auch des One Wall Street, sollen 2022 fertiggestellt werden. Die Kosten der Wohnungen sind für euro­päische Verhältnisse atemberaubend, aber – hey – das ist New York! Wer sich einmal in die Stadt verliebt hat, kann nicht mehr zurück. So dürfte es auch dem Milliardär Ken Griffin ergangen sein, als er vor drei Jahren, das bislang teuerste Penthouse im Big Apple mit der Adresse 220 Central Park South ­gekauft hat. 238 Millionen US-Dollar war ihm diese Manhattan Love Story wert.

Vielfältige Grundrisse

Nachdem das Gebäude komplett entkernt wurde, gibt es nun Wohnungen für Singles und Wochenendurlauber ebenso wie für Familien. Ein Studio kostet ab 1,2 Millionen US-Dollar.

 

Sanierung mit Mehrwert

Die Kalksteinfassade des 1931 errichteten Turms an der Wall Street ist denkmalgeschützt und bleibt erhalten. Durch die zurückspringenden Geschoße entstehen praktische kleine Terrassen.

 

Baden mit Ausblick

Der 23 Meter lange Pool im One Wall Street steht allen Eigentümern zur  Verfügung. Dank der Lage im 38. Stock eröffnet sich ein sensationeller 270-Grad-Blick Richtung Freiheitsstatue und Meer.

 

Neues Design

Die Designer Pierre-Yves Rochon und Jean-Louis Deniot transformieren das charakteristische Art-déco-Erbe des Waldorf Astoria für das neue Jahrtausend.

 

Co-Living für Reiche

4.600 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche dürfen die Eigentümer mitbenutzen – genauso wie die Services des Hotels.

 

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