© Rob Harris

Londoner Regenbogen-Brücke gibt in Covid-Zeiten Hoffnung

Ein Zeichen des Zusammenhaltes präsentiert eine Designplattform in Kooperation mit Locals in Ost-London. Das Studio Curiosity lässt als »Botschaft der Hoffnung« während der Coronavirus-Pandemie eine Brücke in Regenbogenfarben erstrahlen.

27 . Oktober 2020 - By Katrin Ofner

Andrew Morris, Architekt und Gründer von Studio Curiosity, lebt im RAW (Royal Albert Wharf)-Apartmentkomplex. Im Rahmen der nationalen »Clap For Carers«-Kampagne in Großbritannien, bei der die Öffentlichkeit ihre Unterstützung für das staatliche Gesundheitssystem zeigte, indem sie vor ihrer Haustür applaudierte und Plakate mit Regenbogen-Symbolen anbrachte, kreierte Morris aus Bändern ebenfalls einen Regenbogen - und zwar auf seinem Balkon.

»Das Projekt begann mit meinem eigenen Balkon«, verrät Andrew Morris gegenüber »Dezeen«. »Balkone sind in letzter Zeit zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Bereich geworden. Der Prototyp wurde so weiter entwickelt, dass er auf großen Infrastrukturelementen wie etwa Brücken transformiert werden kann.«

In Zusammenarbeit mit dem RAW Labs, einem vom Bow Arts Trust verwalteten Kunstzentrum, und der Wohnungsbaugesellschaft Notting Hill Genesis ließ der Architekt eine Brücke in Regenbogenfarben erstrahlen. 

Bei der RAW Rainbow Kunstinstallation, die sich auf der Fußgängerbrücke im Royal Albert Wharf (RAW) im Stadtteil Newham befindet, haben 50 Einwohner innerhalb von sieben Tagen 5.000 Meter Band geschnitten und um das Gelände der Brücke gewickelt  - natürlich unter der Einhaltung der Regeln für Social Distancing.

Die Bewohner wurden eingeladen, sich Bänder abzuholen, um sie anschließend zu Hause zu zerschneiden. Danach gingen sie dann zur Brücke und wickelten an zwei Wochenenden einen Abschnitt in Zeitfenstern ein. Gefährdete Personen konnten ebenfalls an RAW Rainbow teilnehmen, indem sie Bänder lediglich zu Hause zerschnitten und anschließend unter Sicherheitsvorkehrungen an weitere Personen übergaben.

Nachhaltige Botschaft

»Mein Ansatz war die Beteiligung der gesamten Community sowohl an der Produktion als auch an der Installation unter Einhaltung der strengen Richtlinien der Regierung«, so Morris weiter. Der Prozess habe die Bedeutung der Berücksichtigung der körperlichen und geistigen Gesundheit gestärkt. Zudem wurde klar, wie eine kreative Aktivität in diesen beispiellosen Zeiten einen Mehrwert für die Gemeinschaft bringen kann.

»Das Ziel dieses Projekts war es, eine einheitliche Botschaft der Hoffnung während der Zeit der Corona-Pandemie zu schaffen«, sagte Morris.

Um auch der Umwelt nicht zu schaden, wurden lediglich Bänder aus einer Faser aus Zellulose verwendet, die als biologisch abbaubar zertifiziert ist. Nach der Beendigung der Installation werden die Bänder vom Bow Arts Trust weiterverarbeitet. 

Für den LIVING Newsletter anmelden

* Mit Stern gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Anrede

Genuss – das ist zentrales Thema der Falstaff-Magazine. Nun stellen wir das perfekte Surrounding dafür in den Mittelpunkt. Das Ambiente beeinflusst unsere Sinneseindrücke – darum präsentiert Falstaff LIVING Wohnkultur und Immobilien für Genießer!

JETZT NEU 03/2021