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Von der zündenden Idee bis zum strahlenden Leuchten: Damit Lichtplanung eine Erfolgsgeschichte wird, sind unbedingt ein paar Spielregeln zu beachten. Occhio- Gründer und Lichtdesigner Axel Meise kennt Stärken und Schwächen eines Prozesses, der viel dazu beitragen kann, die Welt ein Stück besser zu machen.

20 . Oktober 2020

Das verführerische Spiel von Licht und Schatten zieht die Menschheit seit jeher in seinen Bann. Auch wenn sich die Form der Beleuchtung immer wieder verändert hat, so ist die Faszination stets die gleiche geblieben. Die Frage hingegen, wie man damit umgeht, wie man Licht richtig einsetzt und was man damit bewirken kann, stellt sich ständig neu. Mit Neugier angesichts dieser gestalterischen Dynamik wirft ­LIVING einen Blick nach München, wo die erfolgreiche Lichtmanufaktur Occhio von Designer Axel Meise beheimatet ist.

Schon von Kindesbeinen an war Letzterer vom essenziellen Einfluss des Lichts auf die Stimmung inspiriert und machte es sich zum Ziel, die Kraft des Lichts zu nutzen, um mit ihr die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. »Licht ist ein elementarer Bestandteil unseres Lebens«, so Meise im LIVING-Talk, »mit dem wir Lebensräume und Atmosphäre erschaffen.

Egal, ob Licht Energie zum Arbeiten beschert oder eine einladende Atmosphäre zum Glas Rotwein kreiert: Ohne gutes Licht ist das teuerste Interior wertlos, ­ die schönste Architektur kommt nicht zur Geltung. Dabei trägt das Zusammenspiel von Design- und Lichtqualität sowie ›Joy of Use‹ in einem ganzheitlichen System maßgeblich zum Erlebnis mit Licht bei.«

Axel Meise, Designer und Gründer von Occhio

»Licht ist elementarer Bestandteil unseres Lebens, mit dem wir Lebensräume, Stimmung und Atmosphäre erschaffen.«

Quell der Freude

Unter dem Claim »A new Culture of Light« versteht der gebürtige Düsseldorfer, das Licht von Occhio als eine Einladung zu genießen und zu fühlen, Außergewöhnliches zu kreieren, schöne Momente zu teilen sowie der ei­genen Individualität Ausdruck zu verleihen. »Eine gute Leuchte muss für mich drei Komponenten erfüllen. Das Design muss stimmen. Es sollte einen Raum bereichern, ohne aufdringlich zu sein, sich in jedes Interior-Design harmonisch einfügen. Zudem ist die Lichtqualität ein entscheidendes Kriterium, denn gutes Licht bedeutet Lebensqualität.

Zuletzt ist die Frage wichtig, wie ich mit dem Licht umgehe, wie Licht mit Raum, Architektur und den Bedürfnissen der Nutzer zusammenspielt. Das Licht muss für mich individuell anpassbar und veränderbar sein«, definiert Axel Meise seine klaren Vorstellungen. Zudem nutzt Occhio die Möglichkeiten der digitalen Technologie. »Mit unserer Bluetooth-basierten App-Steuerung, der Bedienung über Gesten und vielen anderen Features bieten wir dem Nutzer einen ­einzigartigen Mehrwert.« So kann man auf Knopfdruck die Farbtemperatur, Lichtintensität und sogar die Richtung des Lichts steuern.

Charakter statt Chaos

Das Leichte, das Spielerische, das Leuchtende – das alles löst im Menschen Wohlbefinden aus. Als im physikalischen Sprachduktus – und zugegebenermaßen wenig romantisch – bezeichnete »elektromagnetische Welle« sug­geriert Licht abseits der Technik ­Orientierung, Wärme und damit Sicherheit und Geborgenheit. »Gutes Licht ist lebensnotwendig und wird oft unterschätzt; der Mensch braucht Tageslicht zum Leben«, sagt der erfahrene Lichtdesigner, zu dessen Philosophie es gehört, den Menschen zum Lichtgestalter seines eigenen Lebensraums werden zu lassen.

»Steht dieses nicht zur Verfügung, müssen wir uns Licht schaffen, das dem des Sonnenlichts ganz nahe kommt. Unsere Leuchten verfügen über einen Color Rendering Index (CRI) von 97 beziehungsweise 95 – die Referenz ist die Sonne mit 100.« Diese Qualität bündelt Meise mit Multifunktionalität und charakteristischem ­Design. Darüber hinaus bevorzugt er die klare Ordnung anstatt chaotischer, stilistischer Ausschweifungen.

Darin liegt vor allem seine ­eindeutige Präferenz von Systemlösungen begründet, wie er erzählt: »Als ich vor Jahren als Berater in einem Münchner Lichthaus tätig war, war ich frustriert von dem, was der Markt zu bieten hatte: viele Einzellösungen, in unterschiedlichen Stilen, Oberflächen und Lichtqualitäten, aber keine Leuchte passte zur anderen. So kam mir die Idee, ein in Lichtqualität und Design durchgängiges System zu schaffen, das für jede Anwendung die richtige Lichtlösung bietet. Gerade zu Zeiten von LED ist es besonders wichtig, dass die Lichtfarbe und -qualität im Raum übereinstimmen.«

»Ein Must ist, den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Gewohnheiten bei der Lichtgestaltung mit einzubeziehen. Ein No-Go ist es, diese außen vor zu lassen und Licht nach Schema zu gestalten.«

Axel Meise über individuelle Lichgestaltung

Qual der Wahl

Die richtige Leuchte zu finden, gehört wohl zu den schwierigsten Entscheidungen beim Einrichten. Kaum anderswo müssen Design und Funktion so stimmig ineinander übergehen. Doch wie wählt man die richtige Leuchte aus? Dabei sollte man sich vertrauensvoll in die Hände des Profis begeben. Axel Meise hat ein klares Konzept: »Im Mittelpunkt bei der Lichtgestaltung steht der Nutzer: Wie verwendet er den Raum, was wünscht er sich? Idealerweise ist die Lichtgestaltung an wechselnde Situationen und Anforderungen anpassbar.« Gibt es eigentlich ein Must oder ein No-Go?

»Ja«, ist die Antwort. »Ein Must ist, den Menschen mit seinen Bedürfnissen und Gewohnheiten bei der Lichtgestaltung einzubeziehen. Ein No-Go ist es, diese außen vor zu lassen und Licht nach Schema zu gestalten.« Das ist als klare Ansage zu verstehen, die Individualität, die man mit dem Medium Licht durchwegs ausreizen kann, bei der Lichtplanung in den Fokus zu rücken. Apropos individuell: Welche Lichtstimmung bevorzugt Axel Meise persönlich?

»Das kann ich so nicht pauschalisieren, jede Situation verlangt nach einer anderen Lichtstimmung: Zum Arbeiten wäh-le ich kühleres, aktivierendes Licht, wenn ich abends beim Essen sitze, wünsche ich mir eine warme, gedimmte Lichtstimmung ähnlich dem Kerzenschein.« Mit -seinen Leuchten ist er jedenfalls für jede -Situation perfekt gerüstet.

LIVING Nr. 06/2020

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LIVING Nr. 06/2020

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