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Küchen-Klassiker: Die Küchenwaage

Die Küchenwaage im Wandel der Zeit: Keramikkünstlerin Hedwig Rotter über ihre Vorliebe für das genaue Maß, Symbolik des Alltagsgegenstandes und über die Metamorphose des Designs.

12 . Juni 2018 - By Manfred Gram

Alltagsgegenständen wohnt oft eine große Symbolkraft inne. Eine Waage etwa weist auf Gerechtigkeit hin. Sie wird in der Mythologie daher auch der Göttin Justitia als Attribut in die Hand gedrückt. Und ja, für ein gewisses Maß an Gerechtigkeit sorgt die Waage auch in der Küche. Vor allem, wenn man meint, bei gewissen Rezepten auf sie verzichten zu können. Dann kann es nämlich passieren, dass ausgleichende Gerechtigkeit zuschlägt und ein Gericht, das einer mengenmäßigen Feinabstimmung bedurft hätte, misslingt. Die Menge macht’s, vor allem beim Backen. Für einen guten Kuchen braucht es also nicht nur sieben Sachen (Eier, Schmalz, Butter, Salz, Milch, Mehl, Safran), sondern vornehmlich eine gute Waage.

»Ich backe eher nicht, ich habe aber sowohl eine digitale als auch eine analoge Waage zu Hause«, erzählt Hedwig Rotter. Die Wiener Designerin, die vorwiegend Porzellanobjekte kreiert, spricht dabei gleich einen wichtigen Punkt in Sachen Messzugang an. Will man es genau oder ganz genau wissen? »Für mich haben digitale Waagen einen eindeutigen Vorteil gegenüber analogen Geräten«, sieht es Rotter, die ihre digitale Waage ausschließlich in ihrem Atelier zum Einsatz bringt, pragmatisch. Würde sie, die Keramikkünstlerin, auch selbst eine Waage gestalten wollen? Und wenn ja, wie? »Ich stehe für eine Reduktion der Formen. Deshalb würde ich eine simple, einfach verstaubare Waage designen, die ihre Funktion erfüllt«, erzählt sie. »Sie kann und soll aber durchaus ein Eyecatcher sein, letztlich aber vor allem genaue Angaben machen.« 

LIVING Nr. 02/2018

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LIVING Nr. 02/2018

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