© pampshade

Diese außergewöhnlichen Sofas, Teppiche, Leuchten, Sitzhocker und Designobjekte haben null Kalorien. Egal ob als Fast Food oder Rohkost – verrücktes Möbeldesign hat bei kultigen Italo-Interieur-Labels Tradition. Ein kulinarischer Mix mit ungewöhnlichen Zutaten.

31 . März 2022 - By Florentina Welley

Auf Möbelmessen zeigt sich guter Geschmack meist in stilvollem Interieur und perfekter Handwerkskunst. Zwischen Einrichtung mit neuer Sachlichkeit, Re-use und Nachhaltigkeit, bringen Stilbrüche mit außergewöhnlichen Möbeln das gewisse Etwas ins Wohnzimmer. Denn wer sagt, dass Design nicht auch mit Humor gewürzt sein kann? Dass es richtig Spaß macht, auf einem Hotdog-Sofa Platz zu nehmen oder mit einem Spiegelei-Teppich Pop-Art als Statement zu setzen, zeigt das Designteam von Studio Job.

FAST FOOD X SURREALISMUS   

Jedenfalls hat Designer Job Smeets seinen Humor und seine Lust auf Kitsch seit der Gründung seines Kunst- und Designobjekte-Labels 1998 nicht verloren. Der Niederländer wuchs in der Nähe des Themenparks Efteling auf, dessen bunte Märchen- und Fantasiewelten ihn bis heute faszinieren. »Wenn ich meine Erinnerungen daran visualisiere, kann ich immer neue Formen und Konturen entdecken«, erklärt Smeets seinen Zugang zu Pop-Art-Design. Hotdog-Sofa und Burger-Fauteuil aus der Kollektion »Blow« werden bis heute vom italienischen Kultlabel Seletti, produziert. Die exzentrischen Design-Brands Gufram und Seletti sind bekannt für unkonventionelle Möbelentwürfe. Wie etwa auch den Spiegelei-Teppich von Studio Job.

Auf »zero« Kalorien setzt auch Künstlerin Normalynn Ablao. Sie verknüpft mit ihren Spaghetti Carbonara auch etliche Charity-Aktionen. Mit ihrer Häkelkunst wurde die Kalifornierin interna­tional vor allem via Social Media bekannt und sammelt durch den kostenlosen Download von Schnitten und Anleitungen ihrer Häkel-Kulinarik Spenden für Bedürftige. Darum, Essen zu verwerten, das nicht gegessen wird, geht es auch Yukiko Morita. Die Japanerin setzt ihre Liebe zu Brot in poetische Wohnaccessoires um. Schon als Kunststudentin arbeitete sie in einer Bäckerei und war stets von dem ­dauerhaft optisch anders gefertigten Brot und dem auf Brotscheiben ­einfallenden Licht fasziniert. 2016 gründete Morita ihre Home-Dekor-Brand Pampshade. Seitdem produziert sie Leuchten aus altem Brot und Baguettes. Um 1973 machte man sich hingegen noch keine Gedanken über Zero Waste. Da waren psychedelisches Design und surrealistische Möbel gefragt, wie »La Cova«.

Das Riesennest des Italodesigners Gianni Ruffi wird samt Ei von Gufram in einer Limited Edition bis heute produziert. Auch die junge Künstlerin Gab Bois ließ sich von den Siebzigerjahren inspirieren. Die Kanadierin redesignte etwa den Entwurf von Mario Bellinis ikonischem 1970er-»Camaleonda«-Sofa aus einem ­Brioche-Baguette.

Aber auch Mode kann sich auf den Magen schlagen. Besonders dann, wenn die Wartelisten auf It-Bags aus kostbarem Leder lang sind, wie bei der »Birkin Bag« von Hermès. Warum also nicht lieber auf ein veganes Modell setzen? Etwa aus schickem Spargel? Das mag sich das Luxuslabel gedacht haben, als es letzten Sommer die veganen »Birkin Bags« des Künstlers Ben Denzer auf seinem Insta-Account zeigte. Der Designer fertigte die Hermès-Ikonen aus Gemüse und Obst an, Hermès selbst ­entwickelt gerade Taschen aus Pilzleder.

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