© Heimo Rollett

Ferien- und Wohnhäuser am See und trotzdem in der Nähe Wiens sind besonders rar. Wer keines kaufen will oder kann, mietet sich auch noch im Spätsommer tageweise ein und genießt die kulinarischen Highlights der Region.

14 . September 2021 - By Heimo Rollett

Nur eine gute Stunde von Wien entfernt fühlt sich das Leben schon ganz anders an. Etwa im Seewinkel: Das Klima ist trockener, die Sonnentage häufiger, es riecht nach ferner Steppe und – vielleicht – vertrautem Wein. Plötzlich ist das Leben unbeschwert. Bei Pamhagen, direkt am Rande des Nationalparks Neusiedler See, liegt mit dem Feriendorf »Vila Vita Pannonia« eine kleine Oase inmitten dieser einzigartigen Tiefebene. Schilfbedeckte kleine Landhäuser, Tennisplätze, Restaurants, Relaxbereiche, Pferdestallungen und Obstgärten gruppieren sich um einen kleinen See – und seit dieser Saison auch richtig feine Luxus-Residenzen. 

Die Nachfrage nach Seegrundstücken war immer schon massiv, weshalb auch das Angebot eher gering und die Preise für verfügbare Seeimmobilien relativ hoch sind.

Judith Kössner, Head of Immobilien bei willhaben

Haubenniveau und Privatsteg

14 Millionen Euro wurden in die Erweiterung des Resorts mit den Seevillen investiert – inklusive  Seevergrößerung. Die Positionierung der Luxusvillen am Ufer gegenüber des bisherigen Vier-Sterne-Resorts garantiert eine gewisse Privatheit. Die Villen: top. Auf 116 m2 finden im oberen Stock zwei Schlafzimmer mit Bädern Platz, aus einem überblickt man direkt den See – spitze! Im Erdgschoß wartet eine eigene finnische Sauna auf nicht so sonnenvergnügte Tage, die kleine (intelligent ausgestattete) Küche wird von einem Weinkühlschrank flankiert, aus dem geschmackvollen Wohn- und Essbereich fällt der Blick hinaus auf die Terrasse, auf den privaten Steg und abermals auf das Türkis das Wassers. 

Gelungen auch das Interieur mit vielen natürlichen Materialen und Referenzen an die steppige Seeumgebung. Ein Parkplatz direkt vor der Haustür steht fürs Kraftfahrzeug parat, innerhalb des Resorts wird aber hauptsächlich geradelt. Vier private Kalkhoff-Fahrräder in verschiedenen Größen warten auf die Villenbewohner im eigenen Fahrradraum: etwa um zur Tennishalle, zum Fußball- oder Beachvolleyballplatz oder zum Motorikpark zu fahren. Oder um dem Genuss in einem der vier Restaurants zu frönen: In dem – ebenfalls neuen – Restaurant »Die Möwe«, direkt am See mit herrlicher Terrasse, strebt Chefkoch Michael Graf eine Küche mit kontinuierlicher Haubenqualität an. Gepökelte Kalbszunge mit Jakobsmuschel findet sich genauso auf der Karte wie eine Crème brulée vom heimischen Schafskäse mit Portweinfeige und sauer marinierten Eierschwammerln. Naja, und sonst geht einem in dem pannonischen Hideaway auch nichts ab, die Liste der möglichen Aktivi­täten ist lang und in Werbebroschüren oder dem Internet nachlesbar. Eine Übernachtung in einer der neuen Seeresidenzen kostet jedenfalls ab 680 Euro, ab vier Nächten schlagt eine Nacht mit 560 Euro zu Buche – empfehlenswertes Frühstück inklusive.

Billiger steigt man in einem der Schilfbungalows ab, durchaus auch eine Alternative für ein nettes Wochenende oder einen Urlaub ohne lange Anreise. Das bringt Pluspunkte beim CO2 Fußabdruck – genauso wie der Aufenthalt selbst. Schon seit zehn Jahren sei das Feriendorf energieautark, erzählt Joe Gelbmann, Geschäftsführer von »Vila Vita Pannonia« und fängt sogleich zu schwärmen an von einem aktuellen Projekt, bei dem der Wald innerhalb des Areals saniert wird. Die vom Klimawandel bedrohten Eschen sollen durch alternative Baumarten ersetzt werden. Zudem entsteht in Zusammenarbeit mit der Wiener Universität für Bodenkultur ein Ökopark mit Bienenweiden, Zauneidechsenwelt und Schmetterlingswiese. Eine geniale Idee, wenn man den Aushub des Sees zu einem Öko-Highlight entwickelt.

Kauf statt Miete

Die Alternative zum Mieten einer modernen Seeresidenz: ein Haus kaufen. Wohnungen am Wasser gibt es zwar mehr als Top-Häuser zum Mieten, dennoch ist die Auswahl knapp (siehe Kästen). Und die Gegend rund um die Großstadt Wien ist beliebt, am Neusiedler See wechselten im Jahr 2020 Immobilien im Wert von 99 Millionen Euro die Besitzer. Damit liegt das »Meer der Wiener« hinter dem Wörthersee und dem Traunsee auf Platz drei des Rankings der größten Seen-Transaktionen, wie eine Analyse von willhaben und IMMOunited zeigt. »Die Nachfrage nach Seegrundstücken war immer schon massiv, weshalb auch das Angebot eher gering und die Preise für verfügbare Seeimmobilien relativ hoch sind. Ein Faktor, der wesentlichen Einfluss auf die Attraktivität einer Seeregion hat, ist das Angebot an verfügbaren Wohn- und Arbeitsflächen«, erklärt Judith Kössner, Head of Immobilien bei willhaben. Und gerade da wird es im Großraum Wien knapp. Die Bundeshauptstadt liefert zwar Arbeitsplätze, aber die Seen sind halt selten – und daher auch die entsprechenden Kaufmöglichkeiten.

LIVING Nr. 06/2021

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