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Die Preise für Ferienimmobilien an der Ostsee sind auf Rekordkurs. Dennoch sind die meisten Objekte schon verkauft, ehe überhaupt der Spatenstich erfolgt ist. Neben deutschen bekunden auch internationale Investoren steigendes Interesse. Doch der Platz ist begrenzt. Wo trotzdem noch Objekte mit Wertsteigerungspotenzial und attraktiven Mietrenditen zu finden sind.

13 . Mai 2022 - By Wolfgang Mayr

Die frische Brise an der Ostsee gefällt Urlaubern ebenso wie Investoren. Während die einen bei Spaziergängen auf den kilometerlangen naturbelassenen Stränden Erholung vom Alltag finden, suchen die anderen nach lukrativen Investitionsmöglichkeiten im Bereich der boomenden Ferienimmobilien. Denn anders als die Nordsee lässt die Ostseeküste noch etwas Raum und Grund für kreative und leistbare Baukonzepte. Im Vergleich zur Nordsee bieten die Preise nämlich nach wie vor ein erkennbares Steigerungspotenzial. Zum ausgiebigen Lebensgenuss gesellt sich an der Ostsee also ein durchaus rentables Geschäft.

Freier blick bringt Meer

Der Kauf einer Ferienimmobilie in Strandnähe oder gar mit Meerblick sei für Ostseefans bei den derzeitigen Renditen und Zinsen ein attraktives Investment, sagen Experten. Beispiel Timmendorfer Strand: 2019 zählte das »Nizza des Nordens« mit 4.520 Euro pro Quadratmeter schon zu den teuersten Standorten an der Ostsee. 2020 betrug der Quadratmeterpreis bereits 6.000 Euro, aktuell werden 7.500 verlangt, ein weiterer Zuwachs um 25 Prozent. 

»Der Trend hat sich infolge der Coronapandemie noch verstärkt«, erklärt Per Barlag Arnholm, Geschäftsführer der HELMA ­Ferienimmobilien, die Ferienprojekte entwickelt, realisiert und an Anleger veräußert. Entscheidend für den Preis an der Ostsee sei – wie auch anderswo – die Lage. »Unsere Immobilien liegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Quadratmeter.« Besonders gefragt im Bereich Luxusimmobilien sind Resortkonzepte, wie etwa das »OstseeResort Olpenitz«. Idyllisch umgeben von Wasser, direkt am Naturschutzgebiet zwischen Kiel und Flensburg gelegen, ist es bauseitig für die ganzjährige Nutzung bzw. Vermietung angelegt. Im derzeit letzten Ferienparkabschnitt III entstehen insgesamt 55 moderne Ferienhäuser im skandinavischen Stil.

Den Trend zu Resortkonzepten an der Ostsee bestätigt auch Hamid M. Farahmand, Geschäftsführer von Clavis International und Betreiber des neuen Ferienresorts »Bades Huk« an der mecklenburgischen Ostseeküste. »Das Konzept ist für Deutschland recht neu, im europäischen Ausland aber durchaus ­bekannt. So bietet es auch in Verbindung mit einem Hotel etwa eine Marina, einen Golfplatz, Fahrradverleih, Freizeit-, Fitness- und Wellnessangebote. Dahin wird sich auch der deutsche Markt entwickeln.«

Das Resort­konzept sichert eine Objektqualität und sorgt durch saisonunabhängige Angebote für eine ganzjährige Auslastung, betont der Experte mit internationaler Projekterfahrung. Die Betriebsgesellschaft kümmere sich um die Instandhaltung, Vermarktung und Vermietung der Immobilie sowie den Service vor Ort (Housekeeping, Schlüsselübergabe, ­Brötchenservice). Die Erlöse der Ferienvermietung erhält man am Ende des Jahres – in manchen Fällen gibt es auch feste Mieteinnahmen pro Monat. Die Gäste wiederum profitieren vom hohen Erholungswert durch einen Rundum-sorglos-Aufenthalt im qualitätsvollen Ambiente.

»Maßgeblich für die Bestimmung des Kaufpreises einer Immobilie in diesem Segment ist der Übernachtungspreis. Konzeptimmobilien reichen von 5.500 Euro bis 12.000 Euro pro Quadratmeter.« Fest steht: Ob Nord- oder Ostsee, das Meer sei immer ein Magnet für Erholungsuchende und eine Immobilie in Küstenlage daher eine sichere Kapitalanlage, ist Hamid M. Farahmand überzeugt.

Emotionale Rendite

Wenige Kilometer östlich von Travemünde entsteht derzeit auf dem Gelände von Schloss Pötenitz eine große Ferienanlage mit circa 300 Einheiten. Viele davon sind bereits verkauft. »In den Feriengebieten an der Ostsee übersteigt die hohe Nachfrage das knappe Objektangebot«, so Jens Gienapp, Geschäftsführer von Engel & Völkers Rostock. »Zudem registrieren wir gestiegene Käuferansprüche in Bezug auf den Komfort, die Ausstattung und Vermietbarkeit der Objekte.« Ferienimmobilienbesitzer profitieren von einer wertstabilen Kapitalanlage und genießen gleichzeitig die emotionale Rendite in Form der Eigennutzung. »Unsere Kunden bevorzugen Objekte mit Meerblick, zwei Schlafzimmern, einem großzügigen Außenbereich, einem Pkw-Stellplatz sowie einer barrierefreien Ausstattung.«

»Die Preise an der Ostsee haben sich seit 2019 verdoppelt, und wir sehen weiterhin einen Anstieg«, bestätigt Christian Köhn von Bonava Deutschland. Das Unternehmen ­errichtet u. a. romantische Reetdachhäuser, die typisch für diese Gegend sind und sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Das Reetdach erfordert aufgrund des Brandschutzes aber erhebliche Abstände zwischen den Häusern und damit größere Grundstücke. Das muss der Bebauungsplan zulassen. Manche Standorte eignen sich daher eher für Ferienwohnungen. Köhn: »Unsere Käufer sind überwiegend Kapitalanleger, denn die meisten Gemeinden an der Ostsee haben bereits in den Bebauungsplänen geregelt, ob eine dauerhafte Bewohnung erlaubt ist oder die Immo­bilie an wechselnde Mieter vermietet werden muss. Dann ist eine Eigennutzung auf nur wenige Tage im Jahr begrenzt.«

Bei Ferienimmobilien, die abseits der Hot Spots entstehen, sei wichtig, so Köhn, dass die Feri­engäste dennoch keine Annehmlichkeiten vermissen: »Ein Beispiel ist das Quartier ›Im Kiefernhain‹, etwas abgelegener am Stettiner Haff auf der Südseite Usedoms. Die 140 Wohnungen können zur Vermietung, teils aber auch als dauerhafter Wohnsitz genutzt werden. Im ›Fischerdorf‹ auf Usedom verkaufen wir wiederum schlüsselfertige Reetdachhäuser inklusive Grundstück für 498.500 bis 598.500 Eu­ro. In den Kaiserbädern auf der gegenüberliegenden Seite der Insel wird schon das Doppelte gezahlt.« Weitere für Investoren attraktive Projekte entstehen im Seebad Loddin (»Bernsteinquartier«), bei Großenbrode im Stil der historischen Bäderarchitektur (»Südstrand 44«) und nördlich von Lübeck (»Eichenhain«).

Erschienen im Falstaff LIVING Residences 01/2022

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