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Die trendigsten Gourmet-Tempel inklusive Designfaktor

Gutes Essen allein reicht schon lange nicht mehr. Ein cooles, durchdesigntes Ambiente oder eine spektakuläre Aussicht sind heute gefragter denn je. LIVING zeigt Beispiele neuer Weltstadt-Restaurants mit dem gewissen Etwas.

30 . Oktober 2018 - By Herbert Hacker

Eigentlich ist es Martin Brudnizki, der sich in London bekanntlich ex­perimentierfreudig an die coolsten Plätze wagt, um neue Highlights an designtechnisch unüberbietbaren Restaurant-Kulissen zu schaffen. So war das beim »Ivy«, dem »Soho Beach House«, dem »Sexy Fish« und zuletzt bei der Rundumerneuerung des legendären Clubs »Annabel’s«. Kollege Tom Dixon, bekannt als einer der kreativsten Produktdesigner der Gegenwart, nahm sich mit seinem neuesten Coup nun auch dieser Herausforderung an. Gemeinsam mit dem aus Israel stammenden Küchenchef Assaf Granit eröffnete er das Restaurant »Coal Office«: eine offene Küche auf drei Etagen in einem viktorianischen Kleinod und mit spannendem Blick über den Granary Square im ­Herzen von King’s Cross. Das Design geschmackvoll, aufwendig und natürlich nur mit feinsten Materialien ausgestattet – ganz Tom Dixon eben, der sein Headquarter in derselben Immobilie erfolgreich betreibt.

Wir bleiben in London und stellen fest: Eine bessere Aussicht wird bei einem feinen Dinner kaum zu finden sein. Seit Mitte des Jahres kann im berühmten Wolkenkratzer »The Gherkin« auch anspruchsvoll getafelt werden. Im 39. Stock. Ein Erlebnis. Das dor­tige Restaurant heißt »Helix« (mit der Bar »Iris« ein Stockwerk darüber) und ist nur ein weiteres Beispiel für jene Art von Restaurants, die nicht nur wegen der elaborierten Küche eines Sternekochs besucht werden. Verwöhnte Gourmets und passionierte Lifestyle-Aficionados streben nach einem unkonventionellen, gerne auch durchdesignten Ambiente, einer schrägen Atmosphäre oder eben einer spektakulären Aussicht. Das »Helix & Iris« passt demnach also perfekt ins Konzept.

Genau wie »Isabel«, ein neuer Design-Hot­spot in Mayfair mit südamerikanischer Kü­che, der letztes Jahr bei den Eater Awards zum schönsten Restaurant Londons gekürt wurde. Ein berauschender, art-déco-inspirierter Ort, der feinste Klientel beherbergt, so ­als würde man zur Fashionweek laden. Und der Beweis macht sicher: Egal, ob es sich ­um ein Restaurant handelt, das bereits vier Mal zum besten der Welt ge­kürt wurde, wie das »Noma« in Kopen­hagen, das Ende des Vorjahres an einem anderen Ort neu eröffnet wurde, oder um ein »einfaches« Pastalokal, wie im Fall des neuen »Pastaio« des Brit-Stargastronomen und Bestsellerautors Stevie Parle in Soho, letztendlich gilt: Ein Lokal ­darf alles sein, nur nicht langweilig und altbacken. Denn dann schmeckt auch das beste Essen nicht.

LIVING Nr. 04/2018

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LIVING Nr. 04/2018

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