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Grundstücke in der Stadt werden immer rarer. Eine der Konsequenzen ist, dass es immer mehr Wienerinnen und Wiener ins Umland zieht. Besonders attraktiv und beliebt sind die Wohnprojekte entlang hochwertiger öffentlicher Verkehrsachsen.

19 . März 2020 - By Wojciech Czaja

Die Donau vor der Nase, den Leopoldsberg im Rücken, hinter dem linken Ohr das Stift Klosterneuburg, und irgendwo weit hinter dem rechten, in der akustischen Ferne gelegen, die Innenstadt von Wien. »Wir sind hier in einer spannenden Lage zwischen Stadt und Land, zwischen Berg und Fluss, zwischen Urbanität und Urlaubsfeeling«, sagt der Wiener Architekt Alexander Diem, der das Projekt ursprünglich entworfen hat. »Genau dieses dichte, aber auch luftige, sonnige, maritime Wohngefühl sollte sich auch in der Architektur niederschlagen.«

Diems Wohnprojekt »The Shore« in der Kuchelauer Hafenstraße umfasst rund 120 Wohnungen zwischen 42 und 350 Quadratmetern. Schon auf den ersten Blick fallen die umlaufenden Balkone mit bewusst inszenierten, gekurvten Verschattungselementen auf, als wäre man irgendwo auf der Straßenpromenade in Rimini oder Marseille. Dahinter dann, wie die Brücke auf einem Hochseedampfer zurückgestuft, die thermische Hülle mit strahlend weißen Apartments. Im Gegensatz zur benachbarten Tegetthoff-Marinekaserne aus den Dreißigerjahren, in der sich nun ein Luxuswohnprojekt des Bauträger P.B.E. befindet, wirkt die Architektur fließend und weich.

»Ich habe die Verspieltheit bewusst auf die Fassade und die umlaufenden Freiräume reduziert«, so der Architekt. »Die Grundrisse sind klassisch rektangulär, weil die Menschen ja auch rechtwinkelige Tische und Betten haben.« Entwickelt wurde »The Shore« von der Park Immobilien GmbH, in der Zwischenzeit wurde das 17.000 Quadratmeter große Areal zwischen Donau und wien-niederösterreichischer Landesgrenze von WK Development gekauft und weiterentwickelt. Im November letzten Jahres war Spatenstich, derzeit werden nach Auskunft des aktuellen Developers und der derzeit zuständigen Planers Architektur-Consult die Vorkehrungen für die Tiefgaragen getroffen.

Wir sind hier in einer spannenden Lage zwischen Stadt und Land, zwischen Berg und Fluss, zwischen Urbanität und Urlaubsfeeling.

Architekt Alexander Diem

Vermarktet wird das Projekt von Wohnkonzept Immobilien und CBRE. Knapp 100 Wohnungen sind derzeit noch zu haben. Die Kaufpreise für die 42 bis rund 350 Quadratmeter großen Wohnungen liegen zwischen 270.000 und 2,5 Millionen Euro. Die Visualisierungen auf der Website jedenfalls versprechen luxuriöse innere Werte. Dazu zählen auch Concierge, Biosauna und Partyräume.

Mit dem dramatischen Wachstum Wiens – die Prognosen sprechen von knapp 300.000 zusätzlichen Einwohnern in den nächsten zehn Jahren – steigen auch Grundstücksknappheit und Immobilienpreise. Die Folge: Viele Wienerinnen und Wiener können und wollen sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten und bevorzugen es, den urbanen Raum zu verlassen. Die gefragtesten Lagen befinden sich entlang hochwertiger Verkehrsachsen wie etwa Straße und Schiene.

»Für die meisten Menschen ist das Wohnen an der Peripherie ein ökonomisches und lebensqualitatives Argument«, sagt der italienische Städtebauer und Architekturtheoretiker Vittorio Magnano Lampugnani. »Das ist absolut legitim, allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass sich das Einpendeln in die Stadt letztendlich auch in zeitlichen und finanziellen Ressourcen niederschlägt. Ein europäischer Pendler verliert pro Monat durchschnittlich 12 bis 14 Stunden im Auto.« Daher empfiehlt Lampugnani, Wohnprojekten mit guter öffentlicher Anbindung aus langfristig nachhaltiger Sicht den Vorzug zu geben. Das Angebot am Markt ist enorm.

Für die meisten Menschen ist das Wohnen an der Peripherie ein ökonomisches und lebensqualitatives Argument. Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass sich das Einpendeln in die Stadt letztendlich auch in zeitlichen und finanziellen Ressourcen niederschlägt.

Städtebauer Vittorio Magnano Lampugnani

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