© Gregor Titze

»Taubenkobel«-Chefin Barbara Eselböck erklärt die Do's und Dont's, die einen erfolgreichen Gastgeber ausmachen.

26 . Juni 2019 - By Katharina Woschny

Ein still ruhender Teich, zwitschernde Vögel und ein blühender Garten wie aus dem Bilderbuch – man möchte am liebsten sofort mit allen Sinnen in das idyllische Refugium der Gourmetinstitution »Taubenkobel« eintauchen. Ein kleines Design- und Naturparadies haben Barbara Eselböck und ihre Familie sich hier im burgenländischen Schützen geschaffen. Der Stil? Ein eklektisch-behaglicher Mix aus regionalen Fundstücken und Mitbringsel aus aller Welt. Während die Topgastronomin sich liebevoll mit der Kunst des Gastgebens befasst, kreiert ihr Mann, Alain Weissgerber, in der Küche Köstlichkeiten, die ihresgleichen suchen. LIVING verrät Profi-Gastgeberin Eselböck nicht nur ihre Geheimnisse für eine gelungene Einladung und sommerliches Tafeldekor, sondern auch Rezepte für herrlich erfrischende Cocktails.

»Musik ist immer ein ganz wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird.« 
Barbara Eselböcküber perfektes Ambiente

Organisation ist essenziell

»Je besser Sie sich im Vorfeld organisieren, desto entspannter ist das Gastgeben selbst«, erklärt die dreifache Mutter. Für ein gemütliches Dinner mit Freunden benötigt man im Vorfeld kaum mehr als einen Tag Vorbereitung, um die Wahl der Speisen und Dekoelemente festzulegen. Idealerweise wird der Tisch bereits am Vortag anspruchsvoll gedeckt, die Wohnung adäquat adjustiert und der Einkauf aller kulinarischen Genuss-Produkte erledigt. Praktisch erweist sich, was problemlos bereits am Vortag vorbereitet werden kann und abends nur noch das Sahnehäubchen verabreicht bekommt. 

Aufwendiger gestaltet sich die Umsetzung eines Abends in größerer Runde. Eine umfangreiche Gästeliste oder ein festlicher Anlass verlangen nach mehr Zeit in der Organisation. Ein mögliches Motto, die Zusammenstellung der Gäste und der passenden musikalischen Unterhaltung sollten vorab geklärt werden: Wer kommt in Begleitung? Steht das Menü? Müssen Lebensmittel eventuell vorbestellt werden? In welchem Raum findet das Essen statt? Besonders die Wahl der Musik versteht Eselböck als essenzielles Element: »Musik ist immer ein ganz wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird. Live-Musik habe ich besonders gern, etwa ein kleines Quartett, das kurz die Stimmung anhebt und für ein Aufwachen in der Runde sorgt.«

Frei nach Knigge

Einladungen zum ungezwungenen Abendessen für Freunde und gute Bekannte können kurzfristig, etwa eine Woche vorher, per Mail oder Telefonat ausgesprochen werden. Bei größeren Events oder förmlichen Anlässen schickt es sich, eine schriftliche Einladung zwei bis drei Wochen vor dem Termin zu versenden. Bei einem gemütlichen Beisammensein unter Freunden braucht es keine Sitzordnung, ab etwa 20 Gästen erweist sie sich jedoch als sinnvolles Tool, um die Runde zu beleben. Die Tischordnung sieht vor, dass Herren und Damen abwechselnd platziert werden und der links neben der Dame sitzende Herr deren »Tischherr« ist – dieser kümmert sich nicht ausschließlich, aber bevorzugt um das Wohler­gehen seiner »Tischdame«. Weiters gilt: »Verlobte sitzen immer, Ehe­paare nie nebeneinander« – sofern es sich bei dem Anlass nicht um die Wiederkehr eines runden Hochzeitstags handelt.

»Was in erster Linie zählt, ist das Zusammentreffen und Beisammensein der Gäste.« 
Barbara Eselböcküber entspannte Gastgeber

Tischlein, deck dich

Bei der Wahl der Speisen bieten sich Gerichte an, die einfach in der Vorbereitung sind und gleichzeitig ansprechend präsentiert werden können. »Ich empfehle leichte Speisen mit vielen Kräutern und Gemüse. Als Hauptgang zum Beispiel Fisch im Ganzen oder eine tolle Lammschulter. Das ist nicht nur etwas für das Auge, sondern erleichtert auch den Ablauf.« Als sommerlicher Aperitif bieten sich fruchtige Cocktails an. Mithilfe von Pfingstrosen und anderem floralem Beiwerk in kräftigen Pink- und Lilatönen haucht Barbara Eselböck ihrer Tafel sommerliche Stimmung ein. Zusätzlich greift sie auf charmante Eyecatcher wie Lavendelzweige, Rosmarin, Schilf und Zitrusfrüchte zurück. Opulent: Ein elegantes Setting mit weißen Hortensien und grünen Elementen ist im Sommer ebenfalls eine wunderbare Option, um dem Tisch eine erfrischende Optik zu verleihen. 

Sollte doch einmal etwas schieflaufen – was immer vorkommen kann –, darf man es sich nicht anmerken lassen, um die gute Laune nicht zu verderben. Eselböcks wichtigster Rat: »Lassen Sie sich von einem geplanten Dinner nicht nervös machen. Was in erster Linie zählt, ist das Beisammensein.«

Do's

  • Die Organisation ist das A und O einer gelungenen Einladung – mit der Vorbereitung des Settings und der Speisen am besten am Vortag beginnen.
  • Flower-Power: Frische Blumen und dekorative Kräuter hauchen jedem Tisch sommerliches Flair ein.
  • Back-up-Tipp: Eine hochwertige, individuelle Käse-Selektion noch vor dem Dessert ist bei jedem Dinner willkommen.
  • Ein stimmungsvolles Motto kann als roter Faden für die Ausrichtung von Speisen und Dekoration dienen.
  • Gerichte vorzugsweise im Ganzen servieren. Sieht nicht nur optisch ansprechend aus, sondern vereinfacht auch den Ablauf des Abends.

Dont's

  • Bei einem Event mit mehr als 20 Gästen sollte man nicht vergessen, eine Sitzordnung festzulegen.
  • Damit niemand auf dem Trockenen sitzt: nicht verabsäumen, ausreichend Getränke wie Champagner, Wein und Alkoholfreies einzukühlen.
  • Pokerface: Sollte etwas schiefgehen, nicht in Panik geraten, am besten nichts anmerken lassen und den Abend weiterhin genießen.
  • Die Musikauswahl nicht vernachlässigen, denn stimmungsvolle Tunes können ein Beisammensein rasch beleben.
  • Bei einer Einladung geht es vor allem darum, gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Lassen Sie sich daher nicht stressen.
LIVING Nr. 03/2019

Erschienen in:

LIVING Nr. 03/2019

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