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Sie sind ein Statussymbol der Superlative. Dennoch kamen bis dato Designaspekte bei Yachten immer zu kurz. Das ändert sich gerade, wie diese Beispiele beweisen.

19 . Juli 2018 - By Manfred Gram

An Porsche ist im Moment kein Vorbeikommen. Die weltberühmte Sportwagenmarke feiert 2018 ihr 70-jähriges Jubiläum und beinahe möchte man meinen, sie hat sich im Vorfeld dazu einen Abstecher auf die hohe See gegönnt. Gemeinsam mit dem monegassischen Yachtbauer Dynamiq kreierten die findigen Designchefs von Porsche die Superyacht »GTT 115«. Sie ist, wenn man so will, ein Gran Tourismo für die sieben Weltmeere. »Wir haben die Yacht für zukunftsorientierte Besitzer entworfen, die die Vorteile von Geschwindigkeit, hoch-wertigem Design sowie unsere Philosophie für perfekte Performance schätzen«, fasst Roland Heiler, Geschäftsführer Studio F. A. Porsche, das Projekt zusammen.

Die »GTT 115« von Porsche und Dynamiq läutet einen Paradigmenwechsel ein. Sie hat ein durchgehendes Designkonzept und Käufer können mitbestimmen, wie sie auszusehen hat. Ein Novum bei nicht maßgeschneiderten Superyachten.

Die Porsche-DNA ist der Yacht eindeutig anzusehen. Was man allerdings erst auf den zweiten Blick realisiert, ist der Paradigmenwechsel, den die »GTT 115« einläutet. Superyachten hatten bis dato nur äußerst selten ein durchgehendes Designkonzept. Entweder gibt es maßgeschneiderte Modelle, die nach dem (nicht immer treffsicheren) Geschmack ihrer Auftraggeber gezimmert werden, oder Käufer können überhaupt keinen Einfluss auf die Gestaltung ihrer Prestigeobjekte nehmen. Porsche macht es anders. Potenzielle Eigentümer können – so wie bei Sportwagen auch – Materialien und Farben mitbestimmen. Ganz alleine werden sie dabei freilich nicht gelassen. Interior und Decor-­Elemente der 35 Meter langen Yacht entstanden in Kollaboration mit dem italienischen Möbeltempel Minotti. Beiges und braunes  Leder, Ebenholz, dunkler Marmor – so überquert man heute den Atlantik.

Designer auf dem Meer

Versucht man in den Yachthäfen dieser Welt Ähnliches zu sehen, muss man sich tatsächlich auf die Stilsicherheit von Yachtbesitzern verlassen. Wie etwa auf jene von Giorgio Armani: »Yachten, egal, ob von Freunden oder gechartert, gefielen mir nie. Zu weiß, zu hell, zu viel Marmor, zu viel Kristall und zu viel Mahagoni«, umreißt die Modelegende ihr Problem, das sie mittlerweile auch schon lösen konnte. Das Resultat heißt »Main«, ist 45 Meter lang, pechschwarz und wurde von der italienischen Yachtwerft Codecasa umgesetzt. Ein 45 Meter langes Hochseevehikel, das nicht nur außen schnittig und edel ist, sondern von Giorgio ­Armani auch innen durchdesignt wurde. Kabinen, Salon, Bar – alles, was eine Yacht eben so haben muss – sind unverkennbar Armani. Man könnte die »Main« auch ein schwimmendes Privathotel nennen. Man merkt: Wenn der Designer selbst Hand anlegt, kann nichts schiefgehen. 

Das haben übrigens auch bereits andere erkannt. So ließ sich etwa Apple-Gründer Steve Jobs, immer schon ein Vordenker, noch zu Lebzeiten von Philippe Starck seine ­»Venus« entwerfen, die schnittig und irgendwie spitz wie ein Pfeil durch die Weltmeere sticht und dabei Kennerblicke auf sich zieht. Starck ist übrigens in Sachen Yacht ein gebranntes Kind. Bis dato hat er vier Megaboote, darunter auch eine Segelyacht entworfen. Die Designwellen werden also weiter hochgehen.

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