© UNEMORI ARCHITECTS

Immer wieder versuchen Architekten, kleine Räume möglichst effektiv zu nutzen. Mit dem »House Tokio« ist Japan nun wieder ein Clou in Sachen Small Spaces gelungen: Eine Möglichkeit zum kompakten und dennoch geräumigen Wohnens wurde auf einer winzigen Grundfläche von nur 26 m² entworfen.

20 . April 2021 - By Tamara Gaider

House Tokio

Mitten im Zentrum von Tokio hat UNEMORI ARCHITECTS House Tokyo, ein kompaktes und dennoch geräumiges Wohnhaus entworfen, das mit einer winzigen Grundfläche von nur 26m² und einer Gesamtwohnfläche von 51m² eine funktionale Lösung für die städtische Nachverdichtung bietet. 

Die abgehängte Struktur, eine erhöhte Deckenhöhe und viele große Fenster lassen das Haus hell und offen wirken. Da die Nachbargebäude dicht an das Grundstück grenzen, wurde das Haus etwas von den Sichtachsen zurück gesetzt, um mehr Licht ins Haus zu bringen. Die Fenster, die in verschiedene Richtungen orientiert sind, lassen im Laufe des Tages unterschiedliche Lichtstimmungen in den Raum fluten.

Während jeder Etage eine Funktion zugeordnet ist, sind die Räume durch offene Grundrisse und versetzte Ebenen verbunden, die den Raum vergrößern und der Kompaktheit des Hauses entgegenwirken. Zusätzlich wurde durch die abgehängte Struktur und die Außengestaltung des Hauses die Luft- und Tageslichtzirkulation verbessert.

Das House Tokyo basiert auf einem einfachen Grundriss mit einem Souterrain, einem ersten Stock und einem Terrassenbereich. Das Schlafzimmer und das Bad befinden sich im Souterrain, die offene Küche und der Essbereich wurden in der ersten Etage platziert. Dieser großzügige Bereich wird von den Holzbalken des Fachwerks dominiert.

Industrielles Wellblech und Holz

Die Fassade des kompakten Hauses ist geprägt von industriellem Wellblech, das durch große Fenster durchbrochen wird. Das geometrisch gegliederte Tragwerk von House Tokyo wurde aus Holz gebaut, welches sich auch in der Innenarchitektur des Wohnhauses findet. Außerdem wurde durch das Zurücksetzen der Außenwände ein Terrassenbereich im ersten Stock geschaffen. 

Micro Compact Home

Auch das »Micro Compact Home«, kurz »m-ch«, das ursprünglich durch den Projektnamen »i-home« bekannt wurde, hat es darauf abgesehen, auf möglichst kleinem Raum den größtmöglichen Wohnungsnutzen zu generieren.

Die Idee enstand an der Architekturschule München unter dem Architekturprofessor Richard Horden. Es erregte breites Aufsehen in den Medien bis hin zur Ausstellung im MoMA, New York. 

Dank der kompakten Abmessungen kann das Mikrohaus inmitten kleiner Bäume und Sträucher nisten und sich in jede Landschaft integrieren. Die mikrokompakten Häuser können in horizontaler oder vertikaler Anordnung sogar als »Familiencluster« gruppiert werden oder größere Dörfer bilden, die mit jeder anderen Einheit verbunden sind.

»Tiny Houses« aus Styropor

Eine weitere Innovation, die schönes Wohnen auf kleinstmöglichem Raum bietet, sind diese Styroporhäuser, die eigens dafür entwickelt wurden, Erdbeben standzuhalten. In Japan wurden schon zahlreiche katastrophensichere Styroporhäuser errichtet, die vor allem als Ferienhäuser verwendet werden.

Das expandierte Polystyrol (EPS) wird dabei in mehreren Verarbeitungsbetrieben hergestellt, ist sehr leicht und wird als Posterung und Wärmeisolator verwendet.

Mehr dazu unter www.i-domehouse.com

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