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Welche Betten-Designs liegen im Trend, welche Innovationen machen den Melatonin-Support obsolet, und welche Kooperationen rütteln den Markt wach – LIVING ging auf Spurensuche und befragte internationale Designer zur Magie der »Traum«-Oasen.

29 . Oktober 2018 - By Christoph Steiner

Alle Räume in einem Haus sind wichtig, aber das Schlafzimmer bleibt das Heiligtum«, so die New Yorker Interior-Expertin Nicole Fuller, die mit dieser Meinung keineswegs die Einzelgängerin mimt. In der heutigen Zeit, die ohnehin in jeder Hinsicht knapp bemessen ist, ist Schlaf zum Luxusgut avanciert – oder, wie Fuller meint,»zum ultimativen Genuss«. Dazu braucht es das perfekte Bett, kreativ inszeniert, vielseitig, gemütlich, umweltfreundlich, mit allen Raffinessen neuester Design-Technologien ausgestattet und optisch »The Art of Sleep«, ein individuell gestaltetes Bettenerlebnis eben, das zum Träumen inspiriert. Mit dementsprechend viel Aufmerksamkeit widmen sich die Größten aus der Design-Branche dem begehrten Möbel, um mit viel Gefühl einen Platz der ganz persönlichen Entschleunigung zu schaffen.

»Das Bett ist der Ort, an dem man sich ausruhen, verjüngen, meditieren kann und an dem man einfach ganz bei sich selbst ist.« 
Nicole FullerInterior-Designerin

Die Competition ist es, die beflügelt. Man rittert um Optik, Bequemlichkeit, Hightech-Spielchen und auch darum, den Raum für Repräsentationszwecke mehr zu öffnen – das perfekte Lifestyle-Erlebnis im Schlafzimmer soll kreiert werden. Man will Avantgardist sein oder Klassiker – passt die Idee ins Unternehmenskonzept, so ist man auf dem richtigen Weg. Traditionelle Manufakturen möbeln ihr Markenimage mittels Kooperationen mit spannenden, bekannten Designern auf. Internationale Brands wiederum bestehen auf ihre Tradition oder erfinden sich gerne auch neu, spielen mit Materialien und verschiedenen Stilrichtungen. LIVING hat sich umgesehen und neue Trends, Kundenwünsche und Innovationen aufgespürt. 

Beginnen wir beim italienischen Platzhirsch Minotti – allein der Name steht für zeitloses und elegantes Design. Verantwortlich dafür ist Rodolfo Dordoni, seit 20 Jahren Chef-Designer des Sofa-Imperiums, der meisterlich »italienischen Style mit globalen Bedürfnissen in Balance hält«. Sein Modell »Curtis« ist dabei eine Punktlandung: vom hohen Kopfteil bis zum abgehobenen Sommier ein stringentes Bild. Wie eben jene Li­nien, die das kreisrunde Steppmuster brechen und damit das klassische Art-déco-Element wieder in die Gegenwart holen.

Geometrie bindet auch Nicole Fuller bei der Gestaltung des Kopfteils ein. Für Savoir Beds mischt sie ihren opulenten Stil mit modernem Minimalismus. Der findet sich auch in der Arbeit der beiden Designer-Duos Soda Designers und Quaglio Simonelli sowie bei Angela Schramm wieder. Ihr Anspruch beim Modell »Brace« war es, »ein leichtes Bett zu gestalten, das trotzdem den Komfort eines Boxspringbetts bietet«.

Wie man sich bettet

»Die Modelle werden leichter, viele Kunden möchten nicht mehr diese großen und hohen Betten«, meint Schramm in puncto Marktentwicklung. Das sei zu einem Großteil auch den kleiner werdenden Wohnungen geschuldet. »Bislang war das Schlafzimmer eher Rückzugs- als Repräsentationsraum. Diese Haltung scheint sich zu ändern. Zum einen, weil Wohnräume offener werden, und zum anderen, weil in den Schlafbereich neue Funktionen wie etwa ein Home-Office aufgenommen werden«, erklären Nada Nasrallah und Christian Horner von Soda Designers. Design mit Technik und Komfort zu verbinden, bleibt laut Angela Schramm dabei die größte Herausforderung, denn: »Richtig neu erfinden kann man das Bett nicht – es gibt Grundbedürfnisse, die immer zu berücksichtigen sind.« Dem stimmt auch das Designer-Duo zu: »So gesehen gibt es kein idealtypisches Möbel, sondern immer nur einen zeitgemäßen Entwurf.«

»In puncto Matratze gilt: Funktion, Funktion und nochmals Funktion! Nahezu jeder Mensch hat Beschwerden mit der Wirbelsäule, somit muss unser Körper nachts bestmöglich gelagert werden, um regenerieren zu können.« 
Angela SchrammDesignerin und Unternehmerin, Schramm-Werkstätten

Dabei setzen die Designer mehrheitlich auf eine klare Formensprache. Extravagante Ausreißer bleiben in der Minderheit! Augenscheinlich sind Kopfteile zu einem absoluten »Must« geworden – gerne gepolstert und in exklusiven Ausführungen. Wie bei Soda De­signers für Wittmann. »Die Kissenoptik lädt zum dauerhaften Verweilen ein«, meint auch das Kreativ-Duo Quaglio und Simonelli, die für Treca Paris das Modell »Portofino« kreiert haben. Beide setzen auf eine elegante Farbpalette und hochwertige Materialien. Akzente kommen oft erst mit der Bettwäsche oder Zierkissen ins Spiel, die für noch mehr Cosiness sorgen. Was könnte man sich sonst noch für die Nacht wünschen? Darauf heißt es von der Design-Elite übrigens unisono: »Ein gutes Buch als Bettlektüre.« Wir sind uns sicher: Ein spannendes Magazin tut es auch!

LIVING Nr. 04/2018

Erschienen in:

LIVING Nr. 04/2018

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