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Die beeindruckendsten Immobilienprojekte in Wien

Penthouses sind nun wieder sehr gefragt, das Angebot an luxuriösen Objekten ist zuletzt gestiegen. Auch als Wertanlage sind diese Immobilien interessant.

10 . April 2019 - By Robert Prazak

Den Blick über die Dächer schweifen lassen, bis zu den Bergen in der Ferne, vielleicht ein kitschiger Sonnenuntergang als Ergänzung – kein Wunder, dass Penthouses zu den begehrtesten Immobi­lien Österreichs zählen. Nach einem regelrechten Boom vor und nach der Jahrtausendwende, als speziell in Wien unzählige Dachausbauten für ein hohes Angebot dieser Art sorgten, war es in den vergangenen Jahren aber vergleichsweise ruhig geworden um dieses Marktsegment. Die Nachfrage schien zu erlahmen, zumal es wenig neue, spektakuläre Projekte gab – vor allem im Luxusbereich. 

Das ändert sich gerade: Nun finden Käufer wieder viele außergewöhnliche Objekte. Im letzten Quartal des Vorjahres wurden in kurzer Zeit so viele Penthouses verkauft wie schon lange nicht mehr, sagt Bernd Gabel-Hlawa, Gründer von FindMyHome.at. »Ich führe dies primär auf neue Käufergruppen im Premiumsegment verstärkt aus den Ländern Bulgarien, Türkei und Iran zurück.« Aber auch viele Österreicher – vorwiegend aus den Bundes­ländern Tirol, Salzburg und Oberösterreich – hätten in Top-Lagen als Zweit- oder oftmals Drittwohnsitz investiert. Die steigende Nachfrage bestätigt Michaela Orisich von Otto Immobilien: »Es gibt in den letzten Jahren ein deutlich größeres Angebot, aus dem die potenziellen Kaufinteressenten wählen können.«

»Heute werden in unmittelbarer Nähe Dachgeschoßwohnungen um 16.000 Euro je Quadrat-meter und Penthouses um 22.000 Euro angeboten.« Bernd Gabel-Hlawa, Gründer & Geschäftsführer, FindMyHome.at

Dabei bleibt naturgemäß Wien der Hotspot für Penthouses. Zwar werden auch in Städten wie Graz und Salzburg vermehrt Objekte dieser Kategorie angeboten, aber die Hauptstadt ist alleine wegen der internationalen Zielgruppe in dieser Hinsicht unschlagbar. Derzeit ist die Auswahl an guten Angeboten auch wieder groß – das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt. 

Und Entwickler brauchen keine Angst zu haben, dass sie die Penthouses nicht anbringen könnten. »Die Nachfrage ist gut, sowohl von Österreichern als auch von internationalen Interessenten aus den verschiedensten Ländern«, sagt Orisich. 
Wie sieht es mit den Preisen aus? Am Markt überwiegen die Angebote jenseits der drei Millionen. Die Preisentwicklung hat FindMyHome.at-Chef Gabel-Hlawa anhand der Immobiliendaten seiner Plattform genau im Auge. »Vor genau elf Jahren wurde von renommierten Architekten in der Nähe der Albertina ein beeindruckendes Penthouse präsentiert, wo erstmals ein Verkaufspreis knapp über 10.000 Euro pro Quadratmeter angesetzt wurde.« Damals zog sich die Vermarktung länger hin, und der stolze Kaufpreis sorgte für einiges mediales Aufsehen. Längst hat sich der Markt an Preise gewöhnt, die deutlich darüber liegen. »Heute werden in unmittelbarer Nähe Dachgeschoßwohnungen um 16.000 Euro je Quadratmeter und Penthouses um 22.000 Euro angeboten«, berichtet der Immo-Experte. Aber nicht nur, um sich den Traum vom Fernblick zu erfüllen, sind Penthouses geeignet. Sie gelten innerhalb des Betongolds als besonders stabile Kategorie. Selbst wenn eine massive Wertsteigerung in ab­sehbarer Zeit nicht zu erwarten sind – als Wertanlage sind sie gut geeignet, bestätigt auch Orisich.

Aufpassen beim Kaufen?

Worauf sollten Käufer von Penthouses achten, bevor sie sich für ein bestimmtes Objekt entscheiden? Nach Ansicht von Expertin Michaela Orisich ist es das gute Gesamtkonzept des Gebäudes, das zählt. »Qualität und Preis sollten in einem stimmigen Verhältnis sein.« Und wenn es Zusatzangebote wie Concierge, Pool oder Ähnliches gibt, kann das auch nicht schaden. »Entscheidend ist der Grundriss«, ergänzt Bernd Gabel-Hlawa (FindMyHome.at). Ein gutes Zusammenspiel aus Objekt- und Innen-architektur ist ebenso wichtig wie die Ausstattung, vom Ausblick ganz zu schweigen. »Auch die Raumhöhe ist ein wesentliches Thema.« Erst dann kommen seiner Meinung nach »Gimmicks« wie ein Pool am Dach, eine Outdoor Kitchen, der Blick auf den Weinkeller durch Glasdoppelboden oder vielleicht sogar ein Panic Room. Der Fantasie sind bei Luxus-Penthouses jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

Wiener Hürden

Einzig politische und rechtliche Entscheidungen könnten dem boomenden Wiener Wohnungsmarkt laut Immobiliendienstleister EHL eventuell einen minimalen Dämpfer versetzen und den Entwicklern und Vermietern geringfügig in die Quere kommen. Die trotz allem sehr positive Entwicklung wäre laut Analyse noch deutlich zu steigern, allerdings soll die Entscheidung des OGH über den Lagezuschlag im Richtwert und die daraus entstandene neue Lagezuschlagkarte teils zu einer Verunsicherung bei Mietern und Investoren führen. Ebenso die Verschärfung bei Abbruchbestimmungen für Gründerzeithäuser und der höhere Anteil geförderter Wohnungen bei Neuwidmungen hätten Einfluss auf den florierenden Markt.

LIVING Nr. 01/2019

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