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Die 5 häufigsten Fehler beim Möbelkauf

Wenn man sein Zuhause neu einkleidet, dann will man meistens eine Veränderung herbeiführen, die nicht nur schön ist, sondern auch die individuellen Bedürfnisse befriedigt. Dabei machen die meisten Menschen allerdings immer wieder dieselben fünf Fehler.

20 . Mai 2021 - By Tamara Gaider

1. Optik vor Nutzen stellen

Die meisten Menschen denken beim Möbel-Kauf an ein neues Design fürs eigene Zuhause – vor allem soll die Optik verändert werden. Besonders in den Möbelhäusern lässt man sich deshalb vom Aussehen der Einrichtungsgegenstände begeistern, ohne vorher den Nutzen gründlich zu überdenken.

So scheint ein offenes, stylisches Regal zwar optisch wunderbar in den Raum zu passen – wenn Sie allerdings Stauräume benötigen für weniger schöne Dinge wie Akten oder alte Brettspiele, ist ein offenes Regal vielleicht doch nicht die geeignete Wahl. Oft lassen wir uns von den Emotionen leiten, was bei Dekorationsartikel völlig in Ordnung ist, bei größeren Anschaffungen aber unbedingt vermieden werden sollte.

Des Weiterem sollte man die Möbel unbedingt spüren, riechen und fühlen: Dadurch erkennt man die Qualität meist besser als nur durch das bloße Auge. Denken Sie zum Beispiel an Holzdekor: Manches ist bereits so authentisch verarbeitet, dass Sie den Unterschied zu echtem Holz gar nicht wirklich wahrnehmen. Aber Ihre Nase wird den Unterschied allein am Geruch erkennen. Deshalb unser Geheimtipp: Gehen Sie auf Schnupperkurs!

2. Sich aufs Augenmaß verlassen

In Möbelhäusern sehen die tolle Couch, der stylische Tisch und das bequeme Bett oft viel kleiner aus, als sie es tatsächlich sind. Das liegt daran, dass die Gegenstände in den Geschäften meist in großen, weitläufigen Räumen platziert werden, in denen sie automatisch kleiner wirken als in der überschaulichen Wohnung zuhause.

Und obwohl man weiß, dass das Maßband vor jedem Möbelkauf zum Einsatz kommen muss, ist es dennoch einer der häufigsten Fehler überhaupt: Man verlässt sich immer wieder aufs eigene Augenmaß und muss dann mit Schrecken feststellen, dass der Tisch, das Regal und die Bank doch gar nicht so gut ins Zimmer passen, wie anfangs gedacht.

Das Planen ist zwar meist mühsam, spart aber im Endeffekt viel Zeit.

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3. Zu viel verändern wollen

Wenn man sich neu einrichten möchte, ist man meist sehr motiviert am Anfang des Prozesses. Man will ein neues Design und somit eine große Veränderung herbeiführen. Das lässt uns häufig glauben, dass es sehr auffällige und große Möbel braucht, um diesen Stilwechsel herbeizuführen. Oft führt das allerdings dazu, das schlussendlich Stile miteinander gemixt werden, die gar nicht harmonieren, oder Möbel gekauft werden, die einem gar nicht so richtig gefallen – nur um einmal »etwas Anderes« zu kaufen.

Besser: Bleiben Sie Ihrem Stil treu, bei dem Sie ein gutes Gefühl haben, und kaufen Sie die benötigten Möbel auch, wenn sie kein kompletter Kontrast zu ihren alten Modellen sind. Denn auch kleine Veränderungen können optisch eine große Wirkung haben: Ein neues Regal an der Wand, ein schönes Bild mit neuen Farben oder neue Deko-Elemente können viel dazu beitragen, dass der Raum optisch gleich ganz anders wirkt.

Auch die Möbel umzustellen bringt eine große Veränderung mit sich. Es klingt zwar nicht besonders spaßig, hat aber einen hohen Nutzen: Zeichnen Sie einen Plan und planen Sie vorab, wie Sie Ihre Möbel am besten umstellen und wo neue Interior Elemente Platz hätten. Vielleicht ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten – so kann auch beispielsweise nur ein einziges Möbelstück aus Ihrem Zimmer einen komplett neuen Raum entstehen lassen.

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Oft wirkt es »zu gewollt«, wenn man übermütig eine Veränderung herbeiführen will.

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4. Alle Möbel an die Wand stellen

Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass alle Möbel immer an der Wand stehen müssen. Sehr oft macht es optisch durchaus Sinn, wenn die Bank, der Tisch oder auch ein Regal nicht direkt an der Wand, sondern im Raum steht. Das lässt das Zimmer sogar manchmal weniger starr, sondern offener und gemütlicher wirken.

Haben Sie sich mit dem Gedanken angefreundet, eröffnen sich plötzlich neue Möglichkeiten: Wenn die Möbel nicht alle an der Wand stehen, hat man die Gelegenheit, viele Platzierungen zu überdenken und das bereits gewohnte Raumkonzept teilweise zu erneuern.

Neue Blickwinkel: Nicht alle Möbel müssen immer an die Wand gestellt werden.

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5. Unrealistische Alltags-Vorstellungen

»Form follows function« ist nicht umsonst der Leitsatz für viele Produktdesigner: Es empfiehlt sich, realistisch zu planen und den Tatsachen ins Auge zu blicken. So eignet sich ein weißes Leinensofa nun mal nicht für zwei Kleinkinder und einen Hund. Wer nicht gerne putzt, sollte die eingeplanten schwarzen Fliesen im Bad noch einmal überdenken.

Fragen Sie sich also vor jedem Kauf: Passt diese Idee tatsächlich in meinen Alltag – und ist sie umsetzbar? Werde ich mein Croissant zum Frühstück auf dem Hocker an der Theke zu mir nehmen oder lohnt es sich nicht doch eher, in einen hochwertigen Holztisch mit bequemen Sitzmöglichkeiten zu investieren? Ist es tatsächlich sinnvoll, eine Lampe zu kaufen, die gut aussieht, allerdings in einer wichtigen Ecke der Wohnung womöglich zu wenig Licht spendet? Nur wer ehrlich zu sich selbst ist, kann optimal planen – und macht beim nächsten Möbelkauf keinen Fehler mehr.

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Bei Einrichtungsgegenständen sollte man nicht immer nur auf die Optik achten: Auch die Funktionalität und die tatsächliche Nutzung im Alltag sind wichtig.

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