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Idealismus trifft Ästhetik – zwei Newcomer, die beide auf unterschiedliche Art und Weise die (Design-) Welt nicht nur schöner, sondern auch nachhaltiger gestalten.

05 . März 2019 - By Christoph Steiner

Ledermann

Die Modebranche zählt zu den größten Umweltsündern überhaupt und rangiert gleich nach der Erdölindustrie auf dem schockierenden zweiten Platz. Soweit die unschöne Wahrheit, mit der sich auch Möbeldesigner Jorge Penadés befasst. Der gebürtige Spanier mit Lebensmittelpunkt Madrid hat sich dieses Problems angenommen und darin un­geahnte Inspiration gefunden. Die architektonisch anmutenden Entwürfe seiner Serie »Structural Skin« sind zu einem Großteil aus gepressten Lederresten gefertigt. Das innovative Material erweist sich dabei nicht nur als widerstandsfähig, sondern erhält durch die unterschiedlichen Gerbungen eine faszinierende Marmorierung. Damit wurde Penadés nicht nur zum Gesprächsthema Nummer eins bei der Mailänder Design Week, sondern konnte sich auch hochkarätige Kooperationspartner sichern, darunter niemand Geringeres als das legendäre französische Modehaus Hermès, das einen Entwurf des Designers in seine Home Collection aufnahm. Ein Ritterschlag und zugleich ein runder Abschluss.

Plastic? Fantastic!

Trotz Altlasten in die Zukunft starten? Mit seiner Herangehensweise trifft Designer Dirk Vander Kooij punktgenau den Zeitgeist der Millennials. Immerhin bedient sich der Niederländer nicht nur modernster 3-D-Drucktechniken, sondern setzt damit auch dem Problem des stetig wachsenden Plastikmülls etwas entgegen. Zerkleinert und eingeschmolzen bildet dieser nämlich den Rohstoff für die sowohl schlichten als auch humorvollen Entwürfe. Dabei überzeugen sie auch ästhetisch, Designs wie etwa der »Chubby Chair« haben es sogar in das Vitra Design Museum in Weil am Rhein und das Design Museum in London geschafft. Für das Modell »The Endless Chair« gab es den niederländischen Design Award. All das
ist für den 35-Jährigen aber noch lange kein Grund, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen  – im Gegenteil: Langsam, aber stetig wächst sein Sortiment, das vor Kurzem um eine Lampen­serie erweitert wurde. Die Lampen bestehen ebenfalls aus ungewöhnlichen Materialien wie etwa alten Dachplatten und ausrangierten CDs. So schön kann Recycling sein!

LIVING Nr. 01/2019

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LIVING Nr. 01/2019

Genuss – das ist zentrales Thema der Falstaff-Magazine. Nun stellen wir das perfekte Surrounding dafür in den Mittelpunkt. Das Ambiente beeinflusst unsere Sinneseindrücke – darum präsentiert Falstaff LIVING Wohnkultur und Immobilien für Genießer!

AKTUELLES MAGAZIN 05/2019