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Sind Orientteppiche eine gute Wertanlage? Lösen sie mittlerweile bereits die Designer-Handtaschen ab, bei denen Investitionen auf lange Sicht viel Geld bringen? LIVING hat sich den Trend angesehen und herausgefunden, was es damit auf sich hat.

28 . Juni 2021

Antike Teppiche haben in den vergangenen Jahren stärkere Aufmerksamkeit erhalten: Die Nachfrage aus dem Ausland nimmt zu. Doch worauf sollte man bei einer Investition achten und mit wie viel Rendite kann man rechnen? Wir haben für Sie die 5 wichtigsten Fragen zum Thema »Teppich als Wertanlage« zusammengefasst.

1. Wie kommt es, dass Menschen in Teppiche investieren?

Vereinfacht gesagt liegt das an der überdurchschnittlichen Wertentwicklung, die in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat. Wie Andrew Clare von der Sir John Cass Business School 2017 aufgrund von Daten des Auktionshauses Christie’s in London feststellen konnte, stiegen die Preise für Perserteppiche zwischen 1995 und 2015 im Durchschnitt um 4,10% pro Jahr. Der jährliche reale Preisanstieg der Teppiche lag damit über dem der anderen Kunstobjekte. Basierend auf dieser Feststellung war Andrew Clare überzeugt, dass Perserteppiche auf längere Frist eine gute Wertanlage seien.

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2. Warum sind Orientteppiche so teuer?

Orientteppiche sind wegen der enorme Arbeitsleistung im Vergleich zu anderen Teppichen teuer. Für einen Teppich mittelfeiner Qualität mit 200.000 Knoten pro Quadratmeter im Format 2 mal 3 Meter benötigt ein erfahrener Knüpfer, der circa 10.000 Knoten am Tag schafft, 120 Tage Zeit. Das sind rund 4 Monate.

Der tatsächliche Wert eines Teppichs lässt sich aber nach klaren Kriterien ermitteln. Diese sind beispielsweise Herkunft, Feinheit, Materialqualität sowie auch die Exaktheit der Verarbeitung.

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3. Welche Teppiche sind eine gute Wertanlage?

Als beständige Teppicharten und somit für eine Investition geeignet kann man jene bezeichnen, die per Hand aus hochwertigen Materialien gefertigt wurden. Diese sind in der Herstellung sehr aufwendig und haben einen gewissen eigenen Wert. Das Angebot an solchen hochwertigen Teppichen ist stabil und ein Preisverfall unwahrscheinlich. Daher können diese Teppiche durchaus eine gute Wertanlage sein.

Gegenteilig verhält es sich mit Massenware oder so genannten »Mode-Erscheinungen«. Im Alltagssprachgebrauch oft mit Perser bezeichnete Teppiche sind das Synonym für Massenware. Mit Kostendruck zu geringsten Preisen in hohen Stückzahlen produzierte Teppiche, die heutzutage auch eher auf eine geringe Nachfrage stoßen, eignen sich keinesfalls für eine Investition – außer man kauft sie als Einrichtungsgegenstand, der einem einfach gut gefällt.

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4. Worauf muss man beim Kauf achten?

Zuerst ist es wichtig, zu prüfen, ob es sich überhaupt um einen echten Teppich und nicht um eine Fälschung handelt. Diese sind allerdings gar nicht so einfach zu erkennen, weshalb es sich auf jeden Fall empfiehlt, einen Experten zu beauftragen, der mit der Handwerkskunst des Teppichknüpfens vertraut ist. Zwar kostet so ein Gutachten Geld, aber es bewahrt vor einer Fehlinvestition und ist somit sein Geld auf jeden Fall wert.

Tipp vorab: Handgeknüpfte Teppiche sind äußerst haltbar und weisen stets Unregelmäßigkeiten auf. Ein realistischer Preis für einen zwei mal drei Meter großen handgeknüpften, echten Orientteppiche liegt im vier- bis fünfstelligen Bereich. Ist der Preis auffällig niedrig, kann er wohl nicht handgeknüpft sein.

5. Sind alte Teppiche automatisch wertvoller?

Gebrauchte Teppiche sind keineswegs wertvoll, nur weil sie alt sind. Erst wenn diese – ähnlich wie bei einem Oldtimer – gut erhalten sind und sie ein gewisses Alter haben, sind sie wertvoll. Antike Teppiche erfuhren eine Wertsteigerung, die zu einem großen Teil darauf beruht, dass sie selten und selten gut erhalten sind, und aus der Zeit vor der Massenproduktion stammen.

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