© Monika Nguyen

Design-Idyll Gut Wagram: Architekturbüro destilat gewinnt Staatspreis

Weinmanufaktur, Badehaus und Wohngebäude – Gut Wagram ist ein Gesamtkonzept, bei dem Alt und Neu eine harmonische Beziehung miteinander eingehen. Nun wurde das für die Umbau- und Renovierungsarbeiten verantwortliche Architektur- und Designbüro »destilat« mit dem Staatspreis Design 2022 ausgezeichnet.

15 . Juni 2022 - By Redaktion

Zu einem Schloss gehört traditionellerweise ein Gut, ein sogenannter Meierhof, der für die Versorgung eines Adelshauses oder Klosters zuständig war und deren Landwirtschaft verwaltete. Ein solches ist auch das Gut Wagram in Niederösterreich, das zum Schloss Winkelberg gehörte und dessen Gemäuer in Teilen bis in das frühe 18. Jahrhundert zurückreichen. 

Aus dem maroden Meierhof hat der Winzer Clemens Strobel vor zwei Jahren ein top-modernes Weingut gemacht und in Zusammenarbeit mit dem Architektur- und Designbüro »destilat« ein reduziertes und puristisches Schmuckstück geschaffen, das Alt und Neu perfekt miteinander verwebt. Nach etlichen Auszeichnungen, darunter der Dezeen Award, der German Design Award, der Austrian Interior Design Award und der Iconic Award, überzeugte das Projekt nun auch die international besetzte Staatspreis-Jury des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

 

Im Zentrum des rund 10.000 Quadratmeter großen Anwesens steht die Weinmanufaktur Clemens Strobl, die sich in zwei lang gestreckten, bauklotzartigen Giebelhäusern ausbreitet und noch immer die originalen Gewölbedecken aufweist. Hierin finden sich Büroräumlichkeiten und ein Verkostungsraum samt Küche, wobei penibel darauf geachtet wurde, den Wünschen des Auftraggebers nachzukommen, der sich »möglichst wenig Design« wünschte. Dank reduzierter Farben und einer puristischen Materialwahl, setzt der historische Altbestand neue Akzente, wobei der geschliffene Estrich-Boden, weiße Heraklith-Decken sowie ein Küchenblock aus grau lasierter Altholzfichte hervorstechen ohne zu dick aufzutragen. 

Ganz ähnlich wurde im Wohnhaus vorgegangen. Auch hier stand die Revitalisierung und ein Mix aus modern und historisch im Vordergrund. Zum Einsatz kamen authentische Baumaterialien wie etwa antike Fischgrät- und Tafelparkettböden, die aus geschichtsträchtigen Anwesen herbeigeholt wurden. Gleichzeitig wurden die Kastenfenster mit Histo-Glas versehen und modernste Technik unter dem Gewölben mit traditioneller Pinselstrich-Oberfläche versteckt.

Zum Schluss kam das historische Badehaus an die Reihe, dessen holzgeschnitzte Lauben originalgetreu restauriert und durch einen lang gestreckten Bungalow im Stil 60er-Jahre verbunden wurden. Der Innenraum besticht durch seinen offenen Kamin und die großzügige Terrasse lädt zum Verweilen vor dem neu angelegten Schwimmteich ein.

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