© Céline Demoux

Das Stadtleben durch ein Bullauge betrachten, schlafen im Rhythmus des Wellengangs: Europäische Metropolen lassen sich auf Hotelschiffen ganz neu entdecken.

23 . Oktober 2019 - By Uwe Killing

Zum Cocktail auf den großen Fluss. Wer die Bar des Hotels »Off Paris Seine« betritt, genießt einen einzigartigen Rundblick: die Seine mit schmuck­voller Brücke, am Horizont Notre-Dame
und direkt vor den Augen ein aufge­blasener goldener Schwan, der an Deck durch den Pool treibt. Das imposante, 75 Meter lange Hotelschiff, ­angelegt an der Metro-Station Austerlitz im ­­13. Arrondissement, ist das erste seiner Art in der französischen Hauptstadt.

Eröffnet vor drei Jahren, hat sich die 4-Sterne-Luxusherberge auf dem Wasser schnell zum Hotspot entwickelt. Und das nicht nur wegen der 62 Zimmer und Suiten im stilvoll-minimalistischen Look. Sowohl beim Schwimmen mit dem Gummi-Edelschwan als auch beim Chillen an der exqui­siten Bar lässt sich die Stadt – auch von Ein­heimischen – neu erleben.
Der berühmten Seine, die das Stadtbild von ­Paris so nachhaltig prägt, kommt der Hotelgast hier mit allen Sinnen viel näher, als er es auf einer Fahrt im gefüllten Touristenboot je könnte – ein Perspekti­venwechsel der spannenden, leicht schwankenden Art. Und es ist erstaunlich genug, dass ein solches Schiffshotel in der Seine-Metropole noch eine Novität darstellt.

London mit sein­en Booten entlang der Themse – von Bed & Breakfast bis Premiumklasse – und Amsterdam mit seiner Grachten- und Hausbootkultur sind da richtungsweisend. Aber auch Hafenstädte wie Kopenhagen, Stockholm und Hamburg ­unterstreichen mit neuen Schiffsobjekten, wie wunderbar sich Geschichtsbewusstsein, maritimer Lifestyle und innovatives Design verbinden lassen.

Die Niederländer sind ein Wasservolk, das schon seit Jahrhunderten sehr einfallsreich
da­rin ist, die Meeresnähe und ein weites Fluss- und Kanalsystem in Lebensqualität zu transformieren. So findet man in Amsterdam vielfältige Bootstypen zum Nächtigen: vom bunten Hostel mit Cannabis-Hauch über liebevoll restaurierte alte Kähne bis zum modernen Wasserdomizil inklusive eigenem Spa.

In London warf mit »The Boathouse« jüngst ein sehr ambitioniertes Hotelschiff seine Anker im Paddington-Basin aus. Vor der Skyline eines jungen Stadtteils in West-London besticht das Innere des Schiffsbauchs mit klarem, hellem Design. »Unser Ziel ist ‚es, moderne Räume auf Wasser zu kreieren – stylish, zeitgemäß und geschmackvoll ge­staltet«, sagt Cara Louise Furby, CEO von »The Boathouse«. Die Firmengründerin hat für ihre Schiffe bereits weitere europäische Städte im Visier: »Wir wollen wegkommen vom traditionellen bewohnten Kanalboot und Neues ausprobieren, in jeder Stadt mit einem individuellen Twist.«

LIVING Nr. 04/2019

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LIVING Nr. 04/2019

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