© Princesse Moghole

Der Besitz des teuersten Stoffes der Welt ist illegal

In der Interior- und Fashion-Branche kommt es nicht nur auf Design und Verarbeitung an. Auch dem Material wird besondere Beachtung geschenkt. Wer jedoch ein Stück aus Shahtoosh besitzt, macht sich strafbar.

21 . September 2020 - By Katrin Ofner

Shahtoosh ist nicht ganz so bekannt wie Kaschmir. Dabei handelt es sich um einen der teuersten Stoffe der Welt - und der Besitz verstößt gegen das Gesetz. LIVING verrät, was dahintersteckt.  

Die wertvolle Wolle der Tibetantilopen

Wie echte Pashmina stammt auch Shahtoosh aus dem Himalaya. Anstelle von Ziegenhaar wird Shahtoosh - ein bevorzugter Stoff des Kaisers Akbar der Große aus dem 16. Jahrhundert - aus der kurzen, warmen Unterwolle der seltenen Tschirus oder Tibetantilopen gefertigt. Die Art lebt fast ausschließlich in der Changthang-Region im Hochland von Tibet. Wie »National Geographic« berichtet, sind vier Antilopen nötig, um genügend Wolle für einen einzigen Shahtoosh-Schal zu erhalten. Da es sich dabei um Wildtiere handelt und sie sich nicht einfach scheren lassen, werden sie getötet. Seit 1975 sind die Tiere eine vom Aussterben bedrohte Art.

Dem Handel mit Shahtoosh-Stücken tut dies jedoch keinen Abbruch - im Gegenteil. Der Stoff wird lediglich seltener, begehrenswerter und vor allem teurer. Einst galten Schals aus Shahtoosh-Wolle in Indien als wertvoller Besitz. Mittlerweile haben es viele aus dem Westen darauf abgesehen und zahlen für einen einzigen Schal in der richtigen Größe, Farbe und mit dem richtigen Design bis zu 20.000 US-Dollar - weit mehr als die Kosten anderer luxuriöser Stoffe wie etwa Vicuña-Wolle und Cervelt, dem Unterhaar des Neuseeländischen Rothirschs Cervus elphus.

Fünfjährige Haftstrafe

Aufgrund der Bedrohung der seltenen Antilopenart begannen Regierungsbehörden auf der ganzen Welt gegen die illegale Einfuhr von Shahtoosh vorzugehen. Wenn man es etwa in die Vereinigten Staaten bringt, kann dies laut »Elle Decor« immer noch zu einer fünfjährigen Haftstrafe im Bundesgefängnis und einer sechsstelligen Geldstrafe führen. Der Import, Handel und Besitz ist gemäß »National Geographic« in fast allen Fällen und Ländern illegal.

Hollywood erhielt Vorladung

Im Jahr 2001 berichtete die »Vanity Fair«, dass einige Prominente, darunter Supermodel Christie Brinkley und Autorin Karen LeFrak, von Bundesagenten Vorladungen für den Besitz von Shahtoosh erhalten hatten. Society-Lady Denise Hale sagte gegenüber einer US-Zeitschrift: »Liebling, jeder, den ich kenne, hat einen oder zwei. Oder drei oder vier oder fünf. Dies ist das erste Mal, dass ich höre, dass es illegal ist.« 

2017 erzählte Martha Stewart der »New York Times Travel«, dass sie auf jeder Reise ihren Shahtoosh mitnimmt. Später wurde eine Anmerkung des Herausgebers hinzugefügt, um zu verdeutlichen, dass Stewarts Schal aus Kaschmir und kein echter Shahtoosh sei.

Das Besondere an Shahtoosh

Die extrem weiche Textur und die feinen Fäden machen den Shahtoosh so beliebt. »Es wiegt nichts und Vicuña ist im Vergleich wie Sandpapier. Es fühlt sich an, als wäre es aus den Haaren eines vom Himmel gefallenen Engels gewebt worden«, sagte eine nicht namentlich genannte Quelle gegenüber »Elle Decor«.

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