© Günter Standl

Luxus-Chalets verbinden gediegene Atmosphäre mit dem Charme von Ferienhäusern. Die Auswahl für Gäste mit hohen Ansprüchen wird größer.

31 . Dezember 2018 - By Robert Prazak

Der Trend geht zu Luxus-Chalets, dieses Segment entwickelt sich irrsinnig rasch«, meint Dietmar Silly, der es wissen muss. Er war in Österreich einer der Ersten, der auf die Symbiose aus Ferienhäusern mit gediegener Einrichtung, hochwertigen Services und schöner Lage setzte – und das in einer Region, die nicht unbedingt im Zen­trum touristischer Aktivitäten liegt. Dennoch hat er sich mit seiner Marke »Pures Leben« durch­gesetzt und war damit einer der Trendsetter. »Die Gäste wollen größere, besser ausgestattete Häuser und absolute Privatsphäre.«

Ferienhäuser und -wohnungen gibt es in Österreich und Europa ja viele, die meisten bedienen allerdings eher die Kategorie »Masse statt Klasse«. Doch die Ansprüche der Reisenden haben sich geändert. Ein karges Haus mit knarrendem Bett, Küchenzeile und wackeliger Duschkabine will man selbst fürs Wochenende nicht haben. Die Formel lautet daher: Luxus + Natur + Ambiente = hohe Nachfrage. Und immer mehr Hoteliers erkennen, dass genau das die Zauberformel sein kann, um eine hohe Auslastung zu erreichen.

Es gibt etliche Beispiele für Luxus-Chalets in Österreich – unser Land ist in dieser Hinsicht gut aufgestellt, weil touristisches Niveau und Know-how generell hoch sind, die Gäste hohe Ansprüche haben und auch das nötige Kleingeld für Investitionen in solche Infrastruktur im Premiumsegment vorhanden ist. Ein Beispiel sind die Golden-Hill-Chalets von Barbara und Andreas Reinisch in der Südsteiermark: Auf einem ehemaligen Stallgebäude wurde ein Panorama-Loft für zwei Personen aufgebaut, aus einem alten Bauernhaus wurde ein Landhaus für maximal sechs Personen. Heuer im Juni kamen dann drei Luxus-Chalets mit je 120 Quadratmeter Größe dazu. Das Konzept kommt offenbar an. »Wir haben uns auf unseren Reisen  die verschiedensten Hotelkonzepte angesehen und dabei herausgefiltert, was für uns selbst und damit auch für unsere Gäste Priorität haben muss«, erzählt Barbara Reinisch. Geboten werde als Resultat eine »neue Symbiose aus Fünf-Sterne-Service und Airbnb-Faktoren«, sagt Reinisch, »und vereint den Wunsch des Gastes nach Geborgenheit, privatem Rahmen und allen erdenklichen Annehmlichkeiten.« Dabei geht der Trend in puncto Größe in zwei Richtungen: auf der einen Seite die Häuser, die für Paare oder Kleinfamilien gedacht sind, auf der anderen riesige Chalets, in denen die Großfamilie oder die Freundesgruppe übernachten kann und wo dennoch jeder genügend Freiraum genießt. So hat das Almdorf Reiteralm in der Dachstein-Region neue Premium-Chalets für bis zu 22 Personen gebaut. 

Auch in Frankreich und der Schweiz sind Luxushütten mit üppigen Flächen und moderner Ausstattung gefragt – entsprechend steigen auch die Angebote, etwa bei den diversen Vermittlungsplattform. Zu den Saisonzeiten – im Jänner und Februar – wird es dennoch recht knapp, was die Verfügbarkeit betrifft. 

Ein weiterer Trend ist zu beobachten: Zusätzliche Services sind bei den Luxus-Chalets heute unverzichtbar. Die Gäste wollen zwar vorwiegend Ruhe, aber bei Bedarf doch auf Dienstleistungen zugreifen. Bei den »Pures Leben«-Häusern in der Südsteiermark beispielsweise können Abendessen oder Ausflüge mit der Vespa gebucht werden. Bei den Golden-Hill-Chalets kommt der private Koch ins Ferienhaus – ein Service, der auch in etlichen anderen Luxusheimen in Anspruch genommen werden kann. Um die Klasse zu betonen, gibt es generell eine ausgefallene Infrastruktur, bei den Golden-Hill-Häusern sogar die Koppel fürs eigene Pferd. Chefin Barbara Reinisch will eine »heile Welt für ruhe- und natursuchende Gäste schaffen, die das Besondere lieben und Diskretion und Privatissimum suchen«. Dietmar Silly bringt es auf den Punkt: »Wir verkaufen keine Häuser und keinen Wein. Wir transportieren ein Lebensgefühl, das der Gast bei uns erleben darf.«

Qual der Wahl

Worauf sollten Reisende achten, die ein Wochenende oder ein bis zwei Wochen in einem Luxus-Chalet verbringen wollen? Die Auswahl ist inzwischen ja recht groß – nicht nur in Österreich, sondern unter anderem auch in Südtirol, Frankreich und der Schweiz.

  • Alleinlage oder Dorf-Charakter? Es gibt Chalets, die Teil eines Almdorfs oder eines Resorts sind, andere stehen alleine – da kommt es ganz auf den Geschmack der Gäste an.
  • Services inkludiert? Welche Leistungen sind im Grundpreis bereits enthalten, beispielsweise Frühstück im Chalet, Reinigung, Shuttleservice etc.?
  • Zusatzangebote vergleichen: Wer nicht nur im Haus bleiben möchte, könnte weitere Leistungen in Anspruch nehmen – vom privaten Skilehrer über geführte Wanderungen bis zum Schwimmen im Naturbadeteich. 
  • Kindertauglich oder nicht? Für Familien sind Chalets oder Almdörfer mit entsprechenden Angeboten interessant – die reichen vom einfachen Streichelzoo über den Mini-Bauernhof bis zum mehrstündigen Kinderprogramm. 

 

LIVING Nr. 05/2018

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