© Angelo Mangiarotti

100. Geburtstag von Angelo Mangiarotti: Ein Blick auf seine Werke

Architekt, Designer, Künstler: Angelo Mangiarotti ist eine der Leitfiguren des italienischen Designs des 20. Jahrhunderts und hätte am 26. Februar seinen 100. Geburtstag gefeiert. LIVING nimmt diesen Ehrentag zum Anlass und blickt auf das bewegte Leben des Italieners und seine Designs.

26 . Februar 2021

Angelo Mangiarotti ist eine der Leitfiguren des italienischen Designs des 20. Jahrhunderts. Bekannt als sehr engagierter, gebildeter und brillanter Gestalter fühlte er sich stets den Ideen der Moderne verpflichtet und vermochte es, diese in seinem experimentellen und überaus originellen Werk nicht nur anzuwenden, sondern auch zu überwinden. Mangiarotti ist ein Mies van der Rohe mit dem Geist eines Ingenieurs, ein freier, kreativer Prouvé, ein facettenreicher und experimenteller Nervi, und sogar ein Brancusi – der die technologischen Möglichkeiten seiner Zeit ausschöpfte.

Es gelang Mangiarotti, seine Begabungen sowohl in der Architektur als auch im Design anzuwenden. Er entwarf Schmuck, Tische und Einrichtungsgegenstände, Bürosysteme, Vasen, Leuchten, Tischaccessoires, Uhren, Häuser, Industrieanlagen und Stadtplanungsprojekte und schuf außerdem freie bildhauerische Arbeiten. Er war ein ausgesprochener Protagonist eines strengen Funktionalismus, ohne dabei jedoch Eleganz und Schönheit aus dem Blick zu verlieren. Durch intelligente Studien zur Form, die er mit Hilfe der jeweils neuesten Technologien und auf der Basis seines umfassenden Wissens gekonnt umzusetzen wusste, bewegte sich Mangiarotti mit seinen Arbeiten im Grenzbereich zur Skulptur. Dabei blieb er stets ethischen Prinzipien und moralischen Werten treu. Das alles sind einzigartige Eigenschaften dieses »Maestros«, der es verstand, durch die einzigartige Verbindung von Ethik und Ästhetik »Glückseligkeit durch Korrektheit« zu erlangen.

Sein Leben, seine Karriere

Angelo Mangiarotti wurde am 26. Februar 1921 in Mailand geboren. 1948 machte er einen Abschluss in Architektur am Polytechnikum Mailand. Von 1953 bis 1954 arbeitet er in den USA, wo er Frank Lloyd Wright, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Konrad Wachsmann kennenlernte und als Visiting Professor am Institute of Design am Illinois Institute of Technology in Chicago lehrte. Zusammen mit Bruno Morassutti betrieb er danach ein Architekturbüro in Mailand. Anfang der 1960er-Jahre war Mangiarotti außerdem Gastprofessor am Istituto Superiore di Disegno Industriale in Venedig, später an zahlreichen anderen Institutionen.

1989 gründete er das Mangiarotti & Associates Office in Tokio. Von 1986 bis 1992 war er Art Director bei Colle Cristalleria. Mangiarotti ging zudem lebenslang einer umfassenden Lehrtätigkeit an mehreren internationalen Hochschulen nach und fand Anerkennung durch die Veröffentlichung diverser Bücher zu Design und Architektur – Bereiche, in denen Mangiarotti mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Er war Protagonist zahlreicher Ausstellungen und 2002 erwies man ihm in seiner Heimatstadt die Ehre: In der Triennale di Milano das Projekt »Angelo Mangiarotti. Architettura Design Scultura« und am Politecnico di Milano erhielt er im Bereich Industriedesign die Laurea Honoris Causa.

In der Galerie MA in Tokio widmete man ihm im Jahr 2004 eine große Ausstellung, und 2009 eröffnete mit Unterstützung der Provinz Mantua und des Unternehmens Agape in der Casa del Mantegna in Mantua die große und umfassende Ausstellung »Angelo Mangiarotti. Scolpire/Costruire«. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte sich Angelo Mangiarotti noch einmal intensiv mit der Bildhauerei, bevor er am 30. Juni 2012 in Mailand starb.

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