Falstaff Weinguide 2010 0 Kommentar(e)

Franz Xaver und Lucas ­PichlerFranz Xaver und Lucas ­Pichler können sich über ­Traumbewertungen im ­neuen »Falstaff-Weinguide« freuen

Eine große Zahl an kraftvollen Weißen, zunehmend feinen Roten und hervorragenden Süß­­weinen wurde für die dreizehnte Ausgabe des »Falstaff-Weinguides« ausgekostet.

Dazu wurden das Beste aus Südtirol und – ganz neu – erstmals die interessantesten Destillate der heimischen Edelbrenner verkostet und bewertet. Der Guide ist ab 8. Juli im Handel erhältlich.

Bereits zum 13. Mal kann Ihnen der Falstaff-Verlag den alljährlich erscheinenden Weinguide vorlegen, in dem rechtzeitig zum Schulschluss auch die Winzer ­sozusagen ihr Zeugnis für das Schaffen eines ganzen Jahres überreicht bekommen. Und um im Schuljargon zu bleiben: Man kann getrost die weiße Fahne hissen, denn den gar nicht einfachen Witterungsverhältnissen zum Trotz sind die Ergebnisse sehr befriedigend ausgefallen.  

An die 470 Weinbaubetriebe haben ihre bes­ten Weine zur Bewertung im »Falstaff-Weinguide« eingereicht. Darunter waren – ­einer alten Tradition folgend – auch 30 Weingüter aus Südtirol, denen seit der Erstausgabe hier ein Podium geboten wird.

Bereits vor etwa einem Monat, also rechtzeitig vor der VieVinum, die längst zur wichtigsten Weinmesse in Österreich avanciert ist, konnte der Falstaff-Verlag Peter Mosers englischsprachigen Weinführer »The Ultimate Austrian Wine Guide« präsentieren, der in Kooperation mit der Österreichischen Weinmarketing Gesellschaft allen ausländischen und nicht deutschsprachigen Fachbesuchern dieses großen Wein-Events als Gastgeschenk übergeben werden konnte. Auch wenn in diesem Buch bereits einige der Ergebnisse des »Falstaff-Weinguides 2010« für Insider vorweggenommen worden sind, so bietet Letzterer nun eine Fülle an weiteren Bewertungen und Informationen.

In den letzten Monaten wurden über 3000 aktuelle Weine, sowohl Fassproben als auch bereits gefüllte, einer kritischen Betrachtung durch Chefredakteur Peter Moser unterzogen. Die Bewertung erfolgte, wie beim Falstaff seit 1997 üblich, nach dem internationalen 100-Punkte-System, wodurch auch eine in­ter­nationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse ­gegeben ist.

Trendwende in ÖsterreichEin Trend, der sich in Österreich immer deutlicher abzeichnet, ist die Hinwendung zum biologischen und biodynamischen Weinbau – ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Es gibt kaum ein anderes Weinbauland, in dem sich dieser Trend in den letzten Jahren so stark auf die qualitativen Leistungsträger konzentriert hat. Von den rund 440 Betrieben, die im aktuellen »Falstaff-Weinguide« vorgestellt werden, sind bereits 31 Weingüter offiziell als Bio-Betriebe zertifiziert, weitere 31 sind gerade im Umstellungsprozess, der Falstaff Weinguideebenfalls einer rigorosen Kontrolle unterliegt. Das bedeutet, dass fast 15 Prozent der heimischen Spitzenbetrie­be diesen Weg bereits eingeschlagen haben, und das obwohl Österreich als »Cool cli­mate«-Region diese Arbeitsweise nicht gerade leichter macht. Gerade der aktuelle Frühsommer mit dem verregnetsten Mai seit Beginn der Aufzeichnungen treibt den Winzern wieder einmal die Kummerfalten ins Gesicht. Die Österreichische Weinmarketing schätzt aktuell, dass heute bereits rund zehn Prozent des österreichischen Weines aus biologischem Anbau kommen, das ist im internationalen Vergleich ein sensationeller Wert. Es sei aber an dieser Stelle auch klar ausgesprochen: Für die Bewertung der Weine werden ­diese Faktoren nicht mit einbezogen, es gibt sicher keinen Punkte-Bonus für Bio-Weine. Denn auch die übrigen heimischen Winzer sind sich sehr wohl darüber im Klaren, wie wichtig ein ­sorgsamer Umgang mit der Natur ist, und es ist jedem Produzenten überlassen, abzu­wägen, welchen Weg er für den richtigen hält. Es zählt nur das Ergebnis, das wir im Glas ­vorfinden, und nichts anderes.


Positive Reaktionen auf die Kategorie »Leichtere Weißweine«
Gut angenommen wurde das im Vorjahr im Guide eingeführte Symbol »L« für Weine unter 13 Volumenprozent Alkohol, denn die Weine aus der leichteren Kategorie wurden tradi­tionell bei der Bewertung immer von den Schwer­gewichten ausgestochen. Da ­gerade in diesem Segment eine natürliche Stärke des österreichischen Weißweines liegt, halten wir an dieser Neuerung fest, obwohl uns der gewichtige Jahrgang 2009 die Sache nicht wirklich leicht gemacht hat. Unglücklicherweise haben sich auch einige niederösterreichische DAC-Regionen ausnahmsweise entschieden, für die klassischen DAC-Weine den erlaubten Alkoholhöchstwert auf dem Etikett von 12,5 Volumenprozent auf 13 Volumenprozent anzuheben, was in dieser »leichteren« ­Kate­gorie Weine mit tatsächlich bis knapp unter 13,5 Volumenprozent ermöglicht hat. Das ist, vorsichtig gesagt, kein lauteres Vorgehen gegenüber dem Konsumenten, der sich im Moment nicht darauf verlassen kann, dass das, was ihm durch vielfältige Werbemaßnahmen versprochen wurde, auch gehalten wird.

Aufwertung im fünfstufigen Sterne-Klassement
Zahlreiche Betriebe dürfen sich in diesem Jahr über eine Aufwertung im fünfstufigen Sterne-Klassement für die Gesamtleistung über einen längeren Beobachtungszeitraum freuen. Gleich drei Spitzenweingüter haben nun den Sprung in die höchste Klasse geschafft: Das sind das Weingut Prager aus Weißenkirchen in der Wachau, das Weingut Pöckl aus Mönchhof sowie das Weingut Albert Gesellmann.

Von bisher drei auf nunmehr vier Sterne aufgewertet wurden das Weingut Salomon Undhof aus Krems-Stein, das Weingut Josef Högl aus Viessling im Spit­zer­graben in der Wachau, das Weingut Juris in Gols sowie der Johanneshof Reinisch in Tattendorf in der Thermenregion.

Von zwei auf drei Sterne konnte sich eine größere Zahl engagierter Betriebe verbessern, darunter Namen wie Johann Donabaum und Karl Holzapfel aus der Wachau, Hermann Moser und Weingut Stadt Krems aus dem Kremstal, Josef Ehmoser und Josef Fritz vom Wagram, Daniel Jaunegg und Erwin Tschermonegg aus der Südsteiermark, das Illmitzer Süßweingut Heiss oder ­Robert Goldenits aus Tadten.

An die zwanzig Betriebe steigerten sich von einem auf zwei Sterne, annähernd ebenso viele dürfen sich über das Erreichen der ersten großen Hürde, den ersten Stern, freuen. Die Aufwertungen spiegeln das ungebrochene Bemühen um eine ständig ­wachsende Qualität in Österreich wider.

Die besten Weine Österreichs nach Punkten

Die besten Weine Südtirols in der Übersicht


von Peter Moser

aus Falstaff 05/2010

Erstellungsdatum: 06.07.2010
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