Stornogebühr bei Tischreservierungen

Symbolfoto EisvogelSymbolfoto Eisvogel / © Eisvogel

International schon lange üblich, wird jetzt auch in Österreich laut darüber nachgedacht.

Viel zu oft wird leider darauf vergessen, einen schon reservierten Tisch wieder freizugeben, wenn man dann doch nicht kommen kann. Gerade Gastronomen mit gehobener Küche stehen dann mit vorbereiteten Produkten da und können den Tisch kurzfristig oft nicht mehr vergeben. Der Verlust kann mehrere hundert Euro betragen. Eine Diskussion darüber hat Karl Wratschko, Fachgruppen-Obmann der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer Steiermark, in Gang gebracht. Ihm zufolge soll jeder Wirt selbst entscheiden, ob eine Stornogebühr bei seinen Gästen sinnvoll ist.

In internationalen Spitzenrestaurants ist die so genannte »No Show Tax« schon lange üblich und geht pro Person auch über 100 Euro. Erfahrene Gastronomen wissen, dass man sich seine Gäste »erziehen« muss. Es gibt eine Unkultur, dass für einen Abend Tische in mehreren Restaurants reserviert werden und je nach Lust, Laune und Wetterverhältnissen wählt man dann ein passendes Lokal. Wenn man aber bei der Reservierung schon eine Kreditkartennummer angeben muss, dann erinnert man sich überraschenderweise auch besser daran, dass man rechtzeitig wieder abbestellt, wenn der reservierte Tisch doch nicht in Anspruch genommen werden kann.

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von Bernhard Degen

Erstellungsdatum: 18.09.2012

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christine2103 19.09.2012
Ich habe damit überhaupt kein Problem, da ich tel. stornieren, wenn ich den Termin nicht wahrnehmen kann.
Der Disziplinlosigkeit (abgesehen davon: "es gehört sich einfach nicht") muss ein Riegel vorgeschoben werden. Dies auch im Sinne der Geschädigten (auch die, die dann diesen reservierten, aber nicht besetzten Platz
nicht bekommen können).
emely 19.09.2012
Diese Geschichte habe ich im Februar 2007 verfasst:

No-Show-Tax 23.3. 2007

Toni Mörwald prescht vor: Wer in seinen Haubentempeln reserviert und ohne Absage auf die „Koch-Show“ verzichtet, zahlt eine Pönale von 50 Euro pro Nase.

„Ich habe diese Reservierungssteuer Ende letzten Jahres nicht eingeführt, um die Gäste zu ärgern, sondern um mein Reservierungsmanagement zu verbessern.“ Was in Oper, Reisen und Seminaren völlig normal sei, dass wer nicht kommt trotzdem zahlen muss, müsse auch für die (Spitzen)-Gastronomie gut und teuer sein.

10 Reservierungen à 50 Euro

Bei einer Reservierung ist es üblich, dass die Gäste die Nummer ihrer Kreditkarte angeben. Gleichzeit wird man in den Mörwald-Restaurants darauf hingewiesen, dass bei Nichterscheinen ohne Absage, 50 Euro mittels Kreditkarte einbehalten werden.. „Bisher habe ich im Ambassador in zehn Fällen (Einzelpersonen oder Gruppen) jeweils 50 Euro pro Person verrechnet“, berichtet der Chef vom Hotel Ambassador, Kloster Und sowie der Traube in Feuersbrunn. Was bei ausländischen- und Businessgästen selbstverständlich ist, stoße bei heimischen Gästen teilweise noch auf Ungläubigkeit, beschwert habe sich aber noch keiner, so Mörwald. „Einerseits ist es ärgerlich auf die Einnahmen zu verzichten, andererseits wundern sich die zahlenden Gäste, dass Tische reserviert sind, die den ganzen Abend lang frei bleiben.“ Es gebe Gäste, die sich einen Sport daraus machen, an einem Abend in drei Lokalen zu reservieren und dem müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Schließlich gelte es die hochgesteckten Erwartungen der Gäste, die sehr viel zahlen, zu befriedigen und da muss nicht nur das Essen sondern das gesamt Umfeld stimmen.

Neues Reservierungssystem

Alle BÖG Betriebe haben seit kurzem die Möglichkeit, ihre Reservierungen auf www.bookatable.at elektronisch abzuwickeln. Beim Aufruf der Seite erscheint eine Maske, in die man die Reservierung nach der Suche des gewünschten Lokals in zwei Schritten eingibt. Vorab erfährt man, ob an dem Tag noch ein Tisch frei ist. Die Bestätigung der Reservierung erhält man dann über e-Mail.

Londoner Cancellation Policy

Im weltberühmten und laut Meinung vieler Kritiker besten Lokal in London: „The Fat Duck“ von Heston Blumenthal erhält der Gast bereits auf der Website eine schriftliche Erklärung der Cancellation Policy (Absagemodalitäten) des Spitzenrestaurants. „Wir entschuldigen uns, dass wir Vorsorge treffen müssen“. Ab Reservierungen für fünf oder mehr Personen muss der Tisch spätestens fünf Werktage im vor hinein abbestellt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden pro Person 100 Pfund (rund 170 Euro) verrechnet. Bei Reservierungen für vier Personen, muss bis drei Tage vor dem Termin abgesagt werden, sonst ist ein Pönale von 80 Pfund fällig. Bei drei oder weniger Reservierungen muss die Absage spätestens zwei Tage im Vorhinein erfolgen und es werden ebenfalls pro Person 80 Euro kassiert. Bei jeder Reservierung werden die Kreditkartendaten verlangt, es darf höchstens für sechs Personen reserviert werden.

Gebühren gerechtfertigt

Als Grund für diese Vorgehensweise nennt Gaby Huddart vom Restaurantführer „Square Meal" die schlechten Gewohnheiten vieler Kunden: „Viele Menschen nehmen sich vor, am Freitag essen zu gehen. Sie reservieren dann in fünf Restaurants und wählen schließlich eines, ohne die anderen zu stornieren." Huddart verteidigt daher die Gebühren, denn die Lokale seien zu dem Schritt gezwungen - sie hätten hohe Unkosten und nur kleine Gewinnspannen, sagte sie in einem Interview mit dem „Evening Standard“.

Bonsai Restaurant Sydney

Das Bonsai ist ein kleines Restaurant und ist sehr von Reservierungen abhängig. Daher müsse man genau wissen, wie viele Leute tatsächlich kommen. „Wir verlangen, dass spätestens drei Tage vorher storniert werden muss, sonst sind pro Gruppe 550 Australische Dollar fällig.“ Bei Themenabenden werden zwischen 50-100 Prozent des Preises abgebucht, wenn keine (rechtzeitige) Absage erfolgt. Eine Reservierung ohne Angabe der Kreditkarten Nummer ist nicht möglich.