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Paradeiser / Foto: AMA, OTS, Robert Strasser 31.403 Tonnen Paradeiser im Wert von 80 Millionen Euro essen Herr und Frau Österreicher im Jahr (Quelle: Agrarmarktanalyse der Agrarmarkt Austria, kurz AMA), laut Statistik Austria entspricht das einem Pro-Kopf-Verbrauch von 27,2 Kilogramm pro Jahr. Tomaten führen also nicht nur mengen- sondern auch wertmäßig das Ranking der beliebtesten Fruchtgemüse Österreichs an. Aus diesem Grund und gerade jetzt, wo Paradeiser Hochsaison haben, wird ihnen auch ein ganzer Tag gewidmet. Auf Initiative der AMA steht der 8. August auch dieses Jahr wieder ganz im Zeichen der Paradeiser.
Am liebsten als Salat
Die große Beliebtheit des Paradeisers zeigen aber nicht nur die Marktzahlen, sondern auch eine RollAMA-Motivanalyse aus dem April vorigen Jahres. Demnach bezeichnet jeder zweite Österreicher den Paradeiser als absolutes Lieblingsfruchtgemüse. Gurken und Paprika kämpfen fast gleichauf um Platz 2 und 3. Rund zehn Prozent der Befragten essen Paradeiser täglich und 45 Prozent mehrmals pro Woche. Diese Früchte werden am liebsten als Salat gegessen, aber auch als kalte Beilage und als gesunder Snack zwischendurch. Auch in die warme Küche findet der Paradeiser immer mehr Einzug. Dieses Umfrageergebnis ist übrigens auch bei Kindern nicht viel anders. Auch sie bezeichnen Paradeiser als ihr bevorzugtes Gemüse, am liebsten essen sie ihn als Salat.
Frisch geerntet
Rund 80 Prozent der Befragten möchten Fruchtgemüse völlig unaufbereitet und kaufen Paradeiser vor allem dann, wenn diese in Österreich Saison haben. »Die nicht nur geschmacklichen Vorzüge von reif geerntetem Gemüse aus der Region sind offensichtlich bekannt im Frischeparadies Österreich«, freut sich Karin Silberbauer, AMA-Marketingmanagerin für Obst, Gemüse und Erdäpfel, über den hohen Zuspruch heimischer Ware. Die Frische ist beim Gemüseeinkauf wichtigstes Kriterium, an zweiter Stelle folgt die Optik.
Wien als Tomatenhauptstadt
Rund die Hälfte der heimischen Praradeiserproduktion kommt aus den Betrieben der LGV-Frischgemüse. Damit kann man Wien getrost als Hauptstadt der Paradeiser bezeichnen. »Die frischen, aromatischen Paradeiser aus den LGV-Gärtnerbetrieben sind binnen weniger Stunden im Handel und auf den Märkten erhältlich. Das schmeckt man«, betont Gerald König, Vorstand der LGV-Frischgemüse. Auch Franz Windisch, Präsident der Landwirtschaftskammer Wien, betont: »Es gibt nichts Besseres als eine Lebensmittelproduktion, die praktisch vor der Haustüre stattfindet. Unsere Erhebungen zeigen außerdem, dass es unseren Wiener Gärtnerinnen und Gärtnern immer öfter gelingt, sich mit regionalen Spezialitäten und Premiumprodukten von der Konkurrenz abzusetzen.«
Paradiesische Nährstoffspeicher
Paradeiser stammen ursprünglich aus Peru und Ecuador und wurden in Mexiko erstmals kultiviert. Die Azteken nannten sie »Tomatl«, mit Christoph Columbus kamen sie um 1500 nach Europa, wo sie anfangs den Namen Liebes-, Gold- oder Paradiesapfel bekamen. In Österreich - hier wurden Tomaten ab ca. 1900 gehandelt und zunächst nur als Zierpflanze gezüchtet - machte man daraus den »Paradeiser«, und das völlig zu Recht. Diese Früchte sind »paradiesische« Nährstoffspeicher, denn sie enthalten das zellschützende Lykopin und Beta-Karotin, das antioxidativ wirkt, aber auch Provitamin A, Vitamin C und Kalium.
Die Tomate ist eine Sonnenanbeterin, je mehr Licht sie bekommt und je reifer sie geerntet wird, desto mehr dieser hochwertigen Inhaltsstoffe stecken in ihr. Sie ist in puncto Lagerung allerdings eine Diva, denn sie ist druckempfindlich und mag es nicht zu kalt. »Ein über 13 Grad warmer Ort lässt sie nachreifen und ihr volles Aroma entwickeln. Außerdem sollten Paradeiser gesondert gelagert werden, denn sie geben Ethylen ab, das zum Alterungsprozess anderer Obst- und Gemüsesorten beiträgt«, informiert Silberbauer.
Die Vielfalt entdecken
Mittlerweile gibt es rund 1000 Paradeisersorten in allen Größen, Farben und Formen. So vielfältig wie die Frucht sind auch ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Sie eignet sich bestens für pikante Suppen, knackige sommerliche Salate und natürlich auch für Hauptspeisen wie Gemüse-Lasagne oder gefüllte Paradeiser. Besonders kreative Köpfe bereiten sogar Desserts aus ihnen zu.
Welchen Facettenreichtum es in der Welt der Tomaten zu entdecken gilt, zeigt der burgenländische »Paradeiser-Papst« oder auch »Kaiser der Paradeiser« Erwin Stekovics nicht nur auf seinem Hof, wo er über 3200 Sorten anbaut, sondern auch in seinem Buch. Im »Atlas der erlesenen Paradeiser« finden passionierte Paradeiser-Fans 100 Stichwörter rund um die Tomate, zudem 77 Pflanzenportraits mit so exotischen Sorten wie »Orange Banane«, »Japanische Trüffel« oder »Grünes Zebra«, Informatives aber auch spannende Geschichten und praktische Tipps sowie Tricks für den Eigenanbau. Die faszinierenden Bilder illustrieren die Vielfalt und sind zum Anbeißen schön. Der geschmacklichen Raffinesse der Paradeiser widmen sich österreichische Spitzenköche im Rezeptteil, wo so exklusive Kreationen wie etwa »Gebratene Jakobsmuschel mit Paradeiser-Taleggio-Bonbons« darauf warten, nachgekocht zu werden. Zwei dieser außergewöhnlichen Rezepte gibt's zur Feier des Tages als Tipp zum Nachkochen:
Lauwarmer Paradeisersalat mit Avocado von Heinz Reitbauer, »Steirereck im Stadtpark«, Wien
Stekovics-Cocktail von Josef Floh, »Gastwirtschaft Floh«, Langenlebarn
Erich Stekovics, Julia Kospach, Peter Angerer
»Atlas der erlesenen Paradeiser - und was man alles mit ihnen anstellen kann«
loewenzahn Verlag, 264 Seiten, € 59,90
(Marion Topitschnig, mpm)
Erstellungsdatum: 08.08.2012
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