Die schönsten Weinkeller Österreichs 3 Kommentar(e)

Frankreich und das kalifornische Napa Valley läuteten in den 1980er Jahren den Aufbruch in ein neues Zeitalter der Weinarchitektur ein. In Kalifornien wurde mit offensivem und publikumswirksamem Marketing nach neuen Konzepten gesucht und die Vermarktung mit Hilfe von Architektur gestartet. Die zentrale Botschaft lautete: Wein ist nicht Alkohol, Wein ist Kultur.
Zur gleichen Zeit erlebte der österreichische Weinbau durch den Weinskandal ein noch nie da gewesenes Tief. Dem Wiener Architekturzentrum zufolge suchten heimische Winzer durch internationale Positionierung Abgrenzung und einen Ausweg aus der Krise. Die Neuorientierung äußerte sich einerseits in vermehrter Auspflanzung von internationalen Rebsorten und andererseits in architektonischer Hinwendung zu weltweit erfolgreichen Modellen. Ein verstärkter Trend zum Vollerwerb und großzügige EU-Subventionen waren weitere motivierende Faktoren der spannenden Entwicklung von Wein und Architektur in Österreich.
Die Weinproduktion verlagerte sich von traditionellen Weinkeller-Strukturen in durchdesignte Sichtbetonhallen mit viel Glas und elegantem Holzeinsatz. Die Weinbereitung wurde transparenter und die Verkostungsräumlichkeiten entwickelten sich von rustikalen Stüberln zu eleganten Lounges. Im ersten Teil unserer Sammlung zeigen wir Ihnen eindrucksvolle Beispiele gelungener Symbiosen aus Wein und Architektur aus der Außenperspektive (siehe »Alle Fotos«), in einem zweiten Teil widmen wir uns nächste Woche der Innenarchitektur.
Tipp: www.azw.at
(von Bernhard Degen)
Erstellungsdatum: 04.08.2010
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Zur Tradition sage ich nur: froh bin ich, dass die schimmligen, stinkenden Kellerkatzen Vergangenheit sind. Sorry, aber der öst. Wein wäre nicht so gut, gäbe es nicht die modernen Keller.
Wir spielen ja auch keine Schellacks mehr und fahren nicht mehr in Kutschen. Gnauso dumm ist es, immer noch stinkende Baumrinde in Weinflaschen zu stecken.
Tradition ist gut, alte Kellergassen hübsch für den Heurigenausschank und beim Klapsch setze ich mich auch gern unter den Nussbaum, selbst wenn daneben einmal ein neuer Keller gebaut würde.
Wie heisst es doch so schön: Tradition ist die Weitergabe des Feuers - nicht die Anbetung der Asche.
LG Knalli
Das beim Wein oft gepriesene 'Terroir' ist hier architektonisch abhanden gekommen. Funktionalität, Ästhetkik und genius loci müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.
Die Zeitgeister werden mich nun belehren, dass das eben so sein muß, dass Kontraste gesetzt werden, dass die Funktionalität in Symbiose mit der Ästethik korrelieren muß und dies in glatter Architektur Ausdruck findet und dass wir neue Richtungen eben auch in der Architektur brauchen, um nicht "stehen" zu bleiben.
So gesehen, bleibe ich kurz gerne stehen und setze mich dann gleich zum Weingenuß zur typischen, burgenländischen Architektur unter einen Nußbaum und genieße dort meinen Zweigelt oder was auch immer.
Ich bin eben altmodisch und schätze Tradition, Gemütlichkeit und Harmonie.





