Was trinkt Österreich 2010? 0 Kommentar(e)

Niemand kennt das Trink­verhalten der Österreicher besser als die führenden heimischen Weinhändler. Falstaff hat exklusiv die 50 wichtigsten Importeure und Vinothekare des Landes befragt. Wird 2010 beim Wein­kauf gespart? Welche Weinländer sind im Kommen? Warum brechen die Champagner-Umsätze ein? Lesen Sie hier alles über die zehn Getränke-Trends des Jahres.

Das wird ein spannendes Weinjahr! Wir befragten 50 führende Weinhändler des Landes nach ihrer Einschätzung der aktuellen Markttrends. Schließlich muss der Weinhandel einerseits auf die kommenden Bedürfnisse der Weinfreunde vorbereitet sein, andererseits fungiert er als Seismograf für die Stimmungen und Tendenzen der Branche. Die Ergebnisse wurden Fragebogen für Fragebogen ausgewertet, die persönlichen Ansichten der Experten verglichen und valorisiert. Lesen Sie hier die Einschätzungen der wichtigsten Weinprofis aus dem heimischen Weinhandel und deren Erwartungen für die kommenden Monate, aufbereitet und kommentiert von Chefredakteur Peter Moser.

  1. Die Wirtschaftskrise bremst das Geschäft. Während die Cham­pagner-Umsätze einbrechen, zeigen sich der Österreichische Wein und Sekt erstaunlich krisenresistent.
  2. Österreichischer Rotwein stagniert auf hohem Niveau, der inländische Weißwein erlebt 2010 eine kleine Renaissance.
  3. Grüner Veltliner und Blaufränkisch bestimmen 2010 das Geschehen, überraschende Chancen hat der Weißburgunder.
  4. Wachau, Weinviertel und Steiermark, bislang Lieblinge des Marktes, könnten in den kommenden Jahren Schwierigkeiten beim Absatz bekommen.
  5. Eleganz und Ausgewogenheit haben in Zukunft bessere Chancen beim Konsumenten; die Kraftlackel verlieren.
  6. Das Angebot an Bio-Weinen steigt zwar weiter, höhere Preise sind dafür aber nicht erzielbar.
  7. Eine Renaissance der spanischen Rotweinleitsorte Tempranillo zeichnet sich ab. Als bester Neben­darsteller wird der Syrah gehandelt.
  8. Während sich für Spanien und durch die Fußball-WM bedingt auch für Südafrika neue Kunden begeistern lassen, werden Bordeaux und die Neue-Welt-Fraktion 2010 Federn lassen.
  9. Die Weinkonsumenten kaufen 2010 gleich viele Flaschen wie 2009, aber preiswertere Produkte. Die Gastronomie muss bei den Aufschlägen vorsichtiger kalkulieren.
  10. Klare Sortentypizität und weniger Bezeichnungs-Wirrwarr sind gefragt, das Internet als Bezugsquelle gewinnt an Bedeutung. Der klassische Ab-Hof-Verkauf verliert auch 2010.

 

Falstaff-Resümee:
Österreichs Wein­welt ist trotz Krise in Ordnung.

Dass die Stimmung trotz einer allgemein angespannten Situation von einem verhaltenen Optimimus geprägt ist, hat verschiedene Gründe. Da wäre die unbestritten hohe Qualität der österreichischen Weine, die sich durch alle Preissegmente zieht. Vom Veltliner im Lebensmittelhandel bis zur Spitzencuvée in der Nobelgastronomie ist das Preis-Leistungs-Niveau mehr als akzeptabel. Die Umstellung auf den Euro hat hier nicht in dem Umfang ihren Niederschlag gefunden, wie es bei anderen Produktgruppen der Fall war. Die Zukunft der heimischen Weinerzeuger hängt aber auch mit dem Erfolg der Tourismuswirtschaft zusammen. Die Gäste kommen heute speziell beim wichtigen Wintergeschäft viel öfter mit österreichischem Wein in Kontakt als in Zeiten, als in Tirol und Vorarlberg billiger Südtiroler Vernatsch als »Kalterer See« in Strömen floss. Veltliner und Co sind einfach auch im Ausland chic geworden, selbst in den Weinbars von New York und L. A. sind unsere Weine heute gefragter denn je.

(von Peter Moser)

Den vollständigen Artikel lesen Sie in Falstaff 01.10.

 

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