Herd-Rochaden: Neues von Siegfried Kröpfl, Jörg Wörther & Co.

Neues von der heimischen KüchenszeneNeues von der heimischen Küchenszene/Foto: Stock Food

Kröpfl wird wieder Hotelkoch, Wörther »berät« in Salzburg, bei den Döllerers gibt's bauliche Verzögerungen, Kochrotation in Graz und in Wien tut sich was bei Weibel.

Siegfried Kröpfl kocht wieder im Hotel
Mit einer Überraschung wartet das Hotel Bristol auf. Siegfried Kröpfl (53) kehrt an den Ring zurück. Bis 2008 war er Küchenchef im Schwesterhotel Imperial schräg gegenüber, dann begann er eine Wanderschaft, die ihn von der Gastronomie des Tiergartens Schönbrunn über die »Steirerstuben« bis zur »Kuchlmasterei« führte. Mit 1. Mai übernimmt der erfahrene Hotel-Mann die Küchenleitung, zusammen mit der neuen Bristol-Eigentümerin Elisabeth Gürtler und der Betreibergesellschaft Starwood wird an einer gastronomischen Neuaufstellung gearbeitet. Fine Dining ­klassischen Zuschnitts wie im legendären »Korso« soll es jedenfalls nicht mehr geben, ein Umbau ist angedacht. Weitere Entscheidungen fallen noch im Frühjahr.

Jörg Wörthers Sellerie­tascherln bei Porsche
Jörg Wörther hat sich scheinbar endgültig von der Idee verabschiedet, wie einst am Herd zu stehen. Er verlegt sich auf die Tätigkeit als gastronomischer Regisseur, hilft bei Neustarts und entwickelt Konzepte. ­Zuletzt trat er bei den Projekten »Der Schwarzacher« in Saalbach-Hinterglemm und »Häupl« in Seewalchen in Erscheinung. Seit Anfang April betreut er den Neustart des »Schützenwirts« in St. Jakob am Thurn bei Salzburg. Dieser Bio-Gasthof wird von Daniell Porsche betrieben, der als alternativ angehauchter Abweichler des Porsche-Clans gilt und im selben Ort die Paracelsus-Schule nach der Waldorf-Philosophie von Rudolf Steiner unterstützt. Auch beim »Schützenwirt« ist alles ein wenig anders. Wörther: »Da ist bis zum Putzmittel alles biologisch.« Wörthers Ideen und Rezepturen werden vom jungen Küchenchef Bernd Fritzenwallner umgesetzt, der zuletzt im »No Hana« in Abtenau werkte. Fix auf der Karte: Wörthers berühmte Sellerie­tascherln.

Warten auf Döllerer
Zuletzt kamen die Döllerers gar nicht mehr dazu, ihr liebevoll geführtes Bautagebuch über die letzten Fortschritte in Golling aktuell zu halten. Wie das bei Großvorhaben so üblich ist, verzögert sich die Eröffnung der beiden Gaststätten nach baulichen Problemen weiter. Das Wirtshaus sollte nun frühestens Anfang Juni und das Genießer­restaurant samt Hotel Mitte Juli aufsperren. Das lebenswichtige Festspielgeschäft dürfte sich also noch ausgehen.

Kochrotation in Graz
Die seit einem Jahr plötzlich höchst lebendige Restaurantszene in Graz kommt nicht zur Ruhe. Die erst vor wenigen Monaten mit Neo-Küchenchef Thomas Seifried vielversprechend gestartete »Schiefe Laterne« des Grazer Großgastronomen Günther Plattner (»Carl«, »Prato«) hat völlig überraschend am 30. März zugesperrt. Seifried nahm ein verlockendes Angebot aus Fernost an, Plattner zog die Konsequenzen und machte dicht. Zugleich wurde bekannt, dass in seinem »Carl« eine Art Luxusimbiss in Planung ist.

Das »aiola city« Angelt sich Gustav Jantscher
Ein paar Ecken weiter im »aiola city« ist ein höchst spannender Neuzugang zu vermelden. Der gebürtige Steirer Gustav Jan­tscher war zuletzt hoch dekorierter Küchenchef des Restaurants »Edelweiß« im Hotel Löwen in Schruns. Nach einer Konzept­änderung musste er sich nach Neuem um­sehen, Judith und Gerald Schwarz vom »aiola« griffen zu und haben damit wohl die Intention, die spannendste Gourmet­adresse von Graz zu werden. Das gesamte Lokal wird – abge­sehen von der Architektur – auf Jantschers ­Küchenlinie ausgerichtet.

König von Ungarn ohne Robert Letz
Ein Jahr lang bemühte sich Robert Letz um die Neupositionierung des Traditionsrestaurants im Hotel König von Ungarn – vergebens. Trotz guter Kritiken stellten sich die Gäste nicht ein; Letz vermutet, dass dieser Klassiker der traditionellen gutbürgerlichen Küche »zu lange tot war«. Letz werkt nun als Küchenchef in Hans Weibels »Weibels Wirtshaus«.

»Wein in the City« wird wieder »Weibel 3«
Weibel wird demnächst seinem als »Weibel 3« bekannten Lokal in der Riemergasse nach einem mehrjährigen Intermezzo als »Wein in the City« den alten Namen zurückgeben. Die assoziative Anlehnung an eine einst kultige Fernsehserie hat inzwischen einen Bart.


Text von Alexander Bachl
aus Falstaff Nr. 3/2012

Erstellungsdatum: 28.04.2012

Optionen

Empfehlen

Zu diesem Artikel können keine Kommentare verfasst werden.