Heinz Preschan kocht in »Das Turm« 0 Kommentar(e)

Heinz PreschanHeinz Preschan

Nach Bernie Rieder und Jörg Domansky werden dem Hochhaus-Restaurant neue Impulse gegeben.

Es gibt Locations, die scheinen alle Zutaten für den erfolgreichen Betrieb eines Restaurants zu haben. Und trotz perfekter Hardware und viel gutem Willen funktionieren sie doch nicht. Ein Paradebeispiel für scheinbar verhexte Standorte ist »das Turm« in Wien-Favoriten: Die Aussicht von den obersten Stockwerken im Immofinanz-Hochaus ist überwältigend und dennoch ist es in der relativ kurzen Geschichte des Restaurants nun schon der fünfte Anlauf, um es rentabel zu betreiben. Nach »Windows of Vienna«, »Brunners« und »Das Turm« Teil 1+2 folgt nun »Das Turm« Teil 3. Obwohl es fast schon klingt wie eine »Herr der Türme«-Trilogie, ist es ob der neuen Besetzung durchaus lohnenswert, sich noch einmal eingehend mit dem Wienerberg-Hochhaus zu beschäftigen. Wenigstens behält man den Restaurant-Namen bei, denn man kann schon leicht die Übersicht verlieren, soviele Köche und Geschäftsführer sind hier schon ein und ausgegangen: Harald Brunner, Bernie Rieder und Jörg Domansky waren die letzten drei Köche, die im Turm hoch hinaus wollten. Heinz Preschen ist nun der nächste Herdvirtuose, der sein Glück im Süden von Wien versucht.

Bereits im elterlichen, weithin für seine gute Küche bekannten Gasthaus im steirischen Voitsberg, wurde Heinz Preschan (29) die Freude am Kochen in die Wiege mitgegeben. Nach dem Lehrabschluss folgten für den Jungkoch Wanderjahre im Palais Coburg bei Küchenchef Christian Petz und in der legendären »Post« in Lech am Arlberg. Unermüdliches Lernen und unstillbare Neugier auf alles, was große Küche ausmacht, führten ihn unter anderen zu den Drei-Sterne Köchen Hans Haas ins Münchner Tantris, zu Joachim Wissler ins »Vendôme« bei Köln und zu Juan Amador ins hessischen Langen.

2010 feierte Heinz Preschan im Grazer Restaurant »Aiola City« schöne Erfolge und wurde zum Aufsteiger des Jahres gekürt. Preschan versucht stets das Traditionelle und das Unkonventionelle lustvoll zu neuen Kreationen zu verbinden. Seine Küche ist gekennzeichnet durch perfektes Handwerk, Kreativität und dem Willen sich stets weiter entwicklen zu wollen. Sein Rezept für »das Turm« entspricht exakt seiner persönlichen Philosophie: Unter den Schlagworten »seinerzeit - heute - morgen« wird es (voraussichtlich) ab März drei Menüs geben, wo nicht nur die Speisen, sondern auch das Geschirr auf die jeweilige Zeit angepasst werden soll. Das »Seinerzeit«-Menü wird auf alten Tellern mit Goldrand serviert und soll traditionelle Wiener Gerichte umfassen. »Heute« soll frech und modern werden und »morgen« soll die neuesten Trends aus den Welt-Metropolen widerspiegeln, wobei Preschan sein internationales Netzwerk nutzen will. Wir werden ihm natürlich eine Chance geben und sind schon sehr gespannt auf die Umsetzung seines ambitionierten Konzepts.

www.dasturm.at

(von Bernhard Degen)

Erstellungsdatum: 23.01.2012

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